Bayern triumphiert – upamecano patzt, neuer glänzt!

München bejubelt einen knappen, aber wichtigen Sieg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid. Manuel Neuer avancierte zum Mann des Abends, während Dayot Upamecano eine vermeidbare Unsicherheit zeigte. Sport1 nimmt die Bayern-Spieler unter die Lupe – und zeigt, wo der Schuh drückt.

Neuer hält die madrilenen auf distanz

Die Defensive des FC Bayern stand vor einer enormen Aufgabe, und Manuel Neuer löste sie in beeindruckender Weise. Bereits in der 15. Minute war der deutsche Rekordkeeper mehrfach gefordert und parierte mit außergewöhnlicher Routine. Seine Parade gegen Mbappé in der 65. Minute war schlichtweg Weltklasse und verhinderte einen möglichen Ausgleich. Dass er beim Gegentor machtlos war, schmälert nicht an seiner herausragenden Leistung. Es ist beinahe grotesk zu denken, dass Deutschland bei der WM auf einen Keeper dieser Kaliber verzichten muss!

Josip Stanisic, der Vinícius-Beaufsichtigungsdienst übernahm, hatte die schwierige Aufgabe, den brasilianischen Star zu neutralisieren. Unterstützt von Upamecano, der zeitweise eine beeindruckende Leistung zeigte, konnte er den Druck des Gegners jedoch nicht immer abwehren. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte er mit der Geschwindigkeit und Technik Vinícius’ zu kämpfen, blieb aber dennoch solide und konzentriert.

Jonathan Tah wirkte in der ersten Halbzeit äußerst souverän und fand stets die richtige spielerische Lösung, wenn es brenzlig wurde. Ein kleiner Patzer bei der Zuordnung zu Trent Alexander-Arnold im Hinblick auf Mbappé kostete ihn jedoch die perfekte Note. Das Gegentor ist ihm anzurechnen.

Upamecano: hoffnung und enttäuschung

Upamecano: hoffnung und enttäuschung

Dayot Upamecano zeigte ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst verfehlte er knapp die Führung in der 9. Minute mit einem unglücklichen Schuss. Dann wuchs er in der Defensive über sich hinaus und bewies, wie wertvoll er gegen einen Spieler wie Vinícius sein kann. Ein ungünstiger Kopfball in der 61. Minute, bei dem Vinícius die Chance zum Ausgleich vergab, und seine fehlende Entschlossenheit im Zweikampf gegen Mbappé vor dem Gegentreffer führten letztendlich zu einer durchschnittlichen Bewertung.

Konrad Laimer, der bis zur 69. Minute im Einsatz war, zeigte sich bemüht und engagiert, wobei er immer wieder an der Grenze zur Gelben Karte agierte. Er konzentrierte sich darauf, Fehler zu vermeiden und seine defensiven Aufgaben zu erfüllen, bevor er von Davies ersetzt wurde.

Kimmich als antreiber, gnabry vergibt

Kimmich als antreiber, gnabry vergibt

Joshua Kimmich, obwohl nominell als Sechser aufgeboten, war überall zu finden, sowohl auf der rechten Seite als auch bei Standardsituationen. Seine Dynamik und sein Wille, das Spiel voranzutreiben, waren entscheidend für die Bayern. Serge Gnabry vergab zwar in der 27. Minute eine Großchance, bereitete aber gleichzeitig mit einem brillanten Pass auf Luis Díaz das entscheidende Tor vor. Ein nicht zu unterschätzender Beitrag zum Erfolg.

Luis Díaz startete zwar mühsam in die Partie, war es aber dann, der mit einem blitzschnellen Konter die Bayern in Führung brachte – ein echter Weckruf für die Madrilenen. Harry Kane bewegte sich viel, fand aber lange nicht zu seiner gewohnten Form und brachte seine weiten Bälle kaum in gefährliche Positionen. Sein später Treffer war zwar sehenswert, aber Courtois hatte ihn wohl gehalten.

Jamal Musiala, der in der 69. Minute kam, zeigte zwar kurzzeitig sein Potenzial, vertändelte aber den Ball in aussichtsreichen Positionen. Alphonso Davies, ebenfalls eingewechselt, musste hinnehmen, dass der Gegentreffer über seine Seite fiel und präsentierte sich sehr offensiv ausgerichtet.

Die Bayern haben sich einen knappen, aber verdienten Vorteil erarbeitet. Doch die Leistungsschwankungen einzelner Spieler zeigen, dass noch Luft nach oben ist. Das Rückspiel in Madrid wird eine Zerreißprobe.