Bayern stolpert erneut: callison lässt märchen von der unbesiegbarkeit platzen

Die Krone wackelt. Drei Tage nach dem EuroLeague-Fest kassierte Bayern München in Weißenfels eine blutige Nase – 79:91 beim Kellerkind Syntainics MBC. Charles Callison war der Mann, der den Rekordmeister mit 29 Punkten aus der eigenen Halle schoss.

Die rechnung ging nicht auf

Svetislav Pesic hatte Rotationsgedanken. Nach dem 85:76 gegen Fenerbahce ließ erAndreas Obst und Niels Giffey von der Bank kommen. Die Idee: Frische Beine, schnelle Ballwechsel, MBC früh zerlegen. Stattdessen kam Weißenfels in den Zweifel. Die Wölfe griffen jeden zweiten eigenen Fehlwurf ab – 18 Offensivrebounds stehen am Ende in der Statistik. „Wir haben uns schlecht verkauft“, sagt Giffey, und meint: Wir haben uns verkauft wie ein Sonderposten.

Bayern führte 15:8, doch Callison traf im ersten Viertel schon acht Mal. Der Point Guard spielte wie auf Dauerdurchlauf: Pick-and-Roll, Step-back, Floater. Keine Hand in Rot-Weiß kam an seine Ellbogen heran. Als Pesic auf Zone umschaltete, schlug Callison die Lücken mit Distanz. 6/8 Dreier. Die Halle tobte, die Bayern schauten sich an wie Betrunkene, die den Weg nach Hause vergessen haben.

Alba kann zur osternacht vorbeiziehen

Alba kann zur osternacht vorbeiziehen

Mit 40:10 Punkten liegt der Meister weiter vorn, aber die Lücke schrumpft. Alba Berlin (38:14) gastiert am Ostersonntag gegen Oldenburg. Ein Sieg der Hauptstädter und die Tabellenführung rückt auf einen Zähler heran. Die Frage ist nicht mehr, ob Bayern noch verliert, sondern wann der Knoten endgültig platzt.

In der Kabine herrschte Grabesstille. Obst war mit 19 Punkten bester Münchner, doch selbst er traf nur 6/14. Die Ballverluste (16) fressen Selbstvertrauen. Pesic redete von „kleinen Details“, aber die Details summieren sich zu einem Berg. Drei Niederlagen in Serie – so etwas gab es zuletzt vor zwei Jahren, als die Saison trotz allem mit der Meisterschaft endete. Diesmal riecht es nach mehr als einem Ausrutscher.

Unten feiert auch Braunschweig den Befreiungsschlag: 77:67 gegen Ulm. Der Abstiegskampf bekommt ein neues Gesicht. Für Bayern aber wird das Bild immer schärfer: Die Königsstraße ist offen, und die Jäger haben Geruch bekommen.