Bayern schlägt gladbach 4:1 – musiala trifft nach monaten, kompany-team marschiert

Ohne Kane, ohne Olise, ohne Problem: Der FC Bayern demonstriert beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach, dass die Meisterschaft nur noch Formsache ist. Jamal Musiala erlöst sich selbst, zwei Teenies sammeln Minuten, und die Südkurve schickt der DFB-Polizei einen Denkzettel.

Die zahlen, die alles sagen

66 Punkte nach 25 Spieltagen, 14 Zähler Vorsprung auf Dortmund – das ist keine Titeljagd, das ist ein Feldzug. Die Tore am Freitagabend erzielten Luis Díaz (33.), Konrad Laimer (45.+1), Musiala per Elfmeter (57.) und Nicolas Jackson (79.). Selbst der Anschlusstreffer von Wael Mohya (89.) wirkt wie ein Schönheitsfehler in einem perfekten Gemälde.

Die Szene des Abends passiert in der 55. Minute: Rocco Reitz bringt Jackson zu Fall, Schiedsrichter Robert Schröder zeigt sofort Rot und Punkt. Reitz’ Gesichtsausdruck – zwischen Fassungslosigkeit und Selbsterkenntnis – ist ein kleiner Krimi für sich. Musiala verwandelt eiskalt. Es ist sein erstes Liga-Tor seit dem Wadenbeinbruch im Sommer.

Neuer raus, jubel drin

Neuer raus, jubel drin

Pausenpfiff, Manuel Neuer bleibt in der Kabine. Kein Schlagzeilengerät, keine offizielle Diagnose, nur ein kurzer Satz aus dem Bayern-Stall: „Vorsichtsmaßnahme.“ Für ihn kommt Jonas Urbig, und mit Maycon Cardozo (17) und David Santos Daiber (19) dürfen zwei Kinder des Nachwuchsleistungszentrums Luft schnuppern. Cardozo’ Debüt dauert 61 Sekunden, bis er den ersten Ball kontrolliert – die Südkurve quittiert mit Standing Ovation.

Die Fans haben vor dem Anpfiff andere Sorgen. Transparente gegen die Dortmunder Polizeiaktion vom letzten Auswärtsspiel – „Ohne Verhältnismäßigkeit keine Rechtmäßigkeit!“ – wehen über der Südkurve. Der Verein schweigt, die Kurve nicht. Die Botschaft ist klar: Wer die Fans als Gegner sieht, bekommt sie auch.

Gladbach bleibt stehen, bayern geht weiter

Die Fohlen bleiben bei 25 Punkten, Platz zwölf, drei Zähler über dem Strich. Trainer Gerardo Seoane stemmt die Hände in die Hüften, als wüsste er, dass seine Mannschaft gerade ein Lehrstück über Differenzgeschwindigkeit erhalten hat. Die Bayern spielen nicht einmal auf Höchstgeschwindigkeit – sie spielen mit der Gelassenheit eines Teams, das weiß: Die Meisterschaft ist längst beschlossen, jetzt geht es nur noch um Statistik und Selbstbestätigung.

Am Ende zählt eine Zahl: sechs Pflichtspielsiege in Serie. Die Serie kann noch länger werden. Und während Dortmund noch ein Nachholspiel hat, winkt Bayern schon das nächste Pokalhalbfinale. Wer jetzt noch an der Meisterschaft zweifelt, glaubt auch an Weihnachtsmann.