Bayern ohne kane: 10 tore, 2 siege – die attacke lebt, doch drei stars fallen aus
Harry Kane saß in der Bande, Atalanta kassierte eine 1:6-Klatsche. Die These vom „Kane-Abhängigen“ FC Bayern ist damit erst einmal Makulatur. Michael Olise, Jamal Musiala und Nicolas Jackson schossen, was das Zeug hält – und lieferten den Beweis: Die Tormaschine läuft auch ohne ihren 45-Mann.
Die zahlen sprechen gegen das alte narrativ
Vor dieser Woche lautete die Bilanz ohne den Engländer: vier Siege, vier Niederlagen, ein Remis. Durchschnitt statt Dominanz. Nun folgten zwei Auftritte, 10:2 Tore, zwei Siege. Vincent Kompany hatte seine Spieler vor dem Spiel in der Kabine versammelt: „Jungs, ich vertraue jedem einzelnen von euch.“ Was wie Standard-Klubklingel klingt, wurde zur Realität. 18 Monate Arbeit, wie der Coach später betonte, zahlen sich jetzt aus.
Olise traf doppelt, stand bei 15 Saisontreffen. Díaz legte zwei Vorlagen auf und bringt es gemeinsam mit dem Franzosen auf 71 Torbeteiligungen – kein anderes Flügel-Duo in Europa toppt diese Quote. Jackson nutzte seinen Kurzeinsatz gegen Gladbach für einen Doppelpack, Gnabry schob den sechsten Treffer in Bergamo nach. Die Angriffsreihe wirkt nicht wie Notlösung, sondern wie Upgraded Version.

Verletzungswelle droht den traum vom triple zu zerstören
Doch während die Angriffssäule standhaft bleibt, wackelt das Fundament. Alphonso Davies fasst sich nach Sprint an die Wade, Musiala bleibt nach Zweikampf liegen, Keeper Jonas Urbig zieht sich beim Abstoß den Oberschenkel. Kompany bestätigt postwendend: „Ganz offensichtlich verletzt.“ Manuel Neuer fehlt ohnehin, Joshua Kimmich sieht Gelb und fällt fürs Rückspiel aus.
Die Erinnerung an das Viertelfinal-Aus gegen Inter ist noch frisch. Auch damals schwächte ein Verletzungsrückschlag die Münchner. Kimmich warnt: „Das darf diese Saison nicht passieren.“ Die Breite des Kaders war das große Versprechen, doch Breite nutzt nur, wenn die Leute laufen. Die medizinische Abteilung steht vor einer Hitzewoche.
Bayern hat bewiesen, dass sie Tore schießen können ohne ihren Superstar. Die Frage ist jetzt: Können sie sich auch verteidigen, wenn drei Schlüsselspieler fehlen? Die Antwort fällt in zwölf Tagen in München. Bis dahin heißt die Devise: Behandlungsraum trockenlegen, nächste Gala einplanen. Die Tormaschine surft – aber der Motorraum dampft.
