Bayern münchen: kett trifft, platzverweis – triple-traum lebt!

München – Dramatik in der Allianz Arena! Die Frauen des FC Bayern München haben im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den Serienmeister FC Barcelona ein überraschend hart erkämpftes 1:1 (0:1) gefangen. Nach der historischen 1:7-Pleite im Oktober scheint die Demütigung endlich überwunden, der Traum vom Triple lebt weiter – zumindest vorübergehend.

Kett glänzt, paralluelo-rückzieher entscheidet

Kett glänzt, paralluelo-rückzieher entscheidet

Vor 31.000 Zuschauern, darunter auch Klubchef Uli Hoeneß und Vorstand Jan-Christian Dreesen, begann das Spiel für die Bayern alles andere als ideal. Ewa Pajor brachte Barcelona bereits in der achten Minute in Führung, nachdem Giulia Gwinn einen entscheidenden Stellungsfehler begangen hatte. Doch die Münchnerinnen zeigten eine beeindruckende Reaktion. Die Nationalspielerin Franziska Kett, zweifellos die beste Bayern-Spielerin am Platz, sorgte in der 69. Minute für den Ausgleich, der die Hoffnung auf eine Trendwende neu entfachte.

Doch die Freude währte nur kurz. Nur elf Minuten später sah Kett nach einem umstrittenen Foul an Salma Paralluelo die rote Karte. Ein Platzverweis, der das Spiel komplett veränderte und die Ausgangslage vor dem Rückspiel am kommenden Sonntag im Camp Nou erheblich erschwert. Das Hin- und Hergeschiebe der Emotionen war an diesem Abend greifbar.

Trainer José Barcala sah ebenfalls die rote Karte, nachdem er die Entscheidung des Schiedsrichters verbal attackiert hatte – ein weiteres Pfund Kohle für die Nerven der Bayern-Fans. Die Tatsache, dass Barcelona bereits zum sechsten Mal in Folge ins Finale einziehen könnte, unterstreicht den Druck, der auf den Schultern der Münchnerinnen lastet. Klara Bühl, die nach einer Wadenverletzung erstmals wieder in der Startelf stand, hatte vor dem Spiel betont: „Du musst daran glauben. Das muss jede auch ausstrahlen.“ Doch der Respekt vor dem Gegner war dennoch deutlich erkennbar, insbesondere in der Defensive.

Die Bayern lauerten auf Konter, wobei Klara Bühl immer wieder gefährlich war. Pernille Harder verpasste früh eine Großchance, während Barca eiskalt bestrafte. Esmee Brugts traf in der 49. Minute zwar das Aluminium, doch die Bayern-Abwehr um Vanessa Gilles klärte kurz darauf auf der Torlinie. Die erste Halbzeit war geprägt von taktischer Disziplin und wenig Torchancen, während die zweite Hälfte deutlich mehr Spannung und Dramatik bot. Die Leistung von Franziska Kett, bevor sie vom Platz gestellt wurde, war schlichtweg herausragend. Sie bewies nicht nur ihre Torinstinkt, sondern auch ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft.

Die Bayern haben sich gegen eine vermeintliche Übermacht gewehrt und ein Achtungsergebnis erzielt. Der Rückkampf im Camp Nou wird entscheidend sein, und die Roten Karten für Kett und Barcala machen die Aufgabe noch schwieriger. Aber eines ist klar: Die Münchnerinnen werden alles daran setzen, ihren Traum vom ersten Champions-League-Finale zu verwirklichen. Die Messlatte liegt hoch, aber die Bayern haben bewiesen, dass sie zu solchen Leistungen fähig sind.