Batistuta zerreißt den mythos: „maradona starb wie ein hund – und ich war nicht da“

Gabriel Batistuta hat Rio Ferdinand die Hand gegeben – und dann die Luft aus dem Maradona-Mythos gelassen. „Er starb allein. Wie ein Hund“, sagt er. Keine Metapher, keine Rhetorik. Eine Tatsage, die in der YouTube-Sendung Rio Ferdinand Presents zwischen zwei Werbeclips fällt und sofort alles andere überlagert.

„Ich hätte einer seiner stützen sein können“

Der Mann, der Argentinien 1994 mit drei Toren gegen Griechenland in die nächste Runde schoss, während Maradona sein letztes Länderspieltor erzielte, redet nicht um den heißen Brei herum. Er spricht über Schuld – und zwar seine eigene. „Ich verfluchte mich selbst, weil ich nicht da war“, sagt er. Die Stimme wird leiser, aber nicht weniger klar. „Wenn du willst, kannst du jemanden halten. Aber du musst halt wollen.“

Die Show war eigentlich als Messi-versus-Maradona-Debatte angekündigt. Batistuta liefert sie ab – und gleich danach den Beweis, warum diese Debatten im Endeffekt akademisch sind. „Messi erzielte 1000 Tore, Maradona 200. Aber Maradona war der Boss des Spiels, des Schiedsrichters, des Gegners. Messi hat das Gen, nicht aber den Charisma-Booster, den Diego in die Umkleide trug.“

Die bombe nach dem schlusspfiff

Die bombe nach dem schlusspfiff

Erst danach kommt die wahre Bombe. Batistuta erzählt, wie er als Jugendlicher nicht einmal Fußball schaute, aber ein Poster von Maradona über dem Bett hatte. Wie er später neben ihm stand, den Tross von Bodyguards, Anwälten und Ja-Sagern sah – und wie niemand nein sagte. „Das war der große Fehler. Niemals wurde ein Riegel vorgeschoben. Alles war erlaubt.“

Ferdinand, Ex-Kapitän von Manchester United, rutscht auf seinem Stuhl herum. Er wollte über das 2:2 von Saint-Étienne 1998 reden, über Batistutas Elfmeter nach sieben Minuten, über dessen Sohn Joaquín, der am selben Tag geboren wurde. Stattdessen sitzt er einem Mann gegenüber, der sich selbst anklagt – und damit auch den gesamten Freundeskreis des 10.

England als nebenschauplatz</h2<p>das englisch-argentinische feuergefecht von 1998? batistuta bestätigt, dass die falkland-thematik im spiel war. „die jungs haben es vorher angesprochen. für uns war das mehr als fußball.“ er lacht kurz, aber nicht herzlich. „ich blieb im camp, obwohl mein sohn gerade auf die welt kam. ich blieb, weil das spiel alles war. und weil diego es so wollte.“</p><h2>preis des ruhms

England als nebenschauplatzdas englisch-argentinische feuergefecht von 1998? batistuta bestätigt, dass die falkland-thematik im spiel war. „die jungs haben es vorher angesprochen. für uns war das mehr als fußball.“ er lacht kurz, aber nicht herzlich. „ich blieb im camp, obwohl mein sohn gerade auf die welt kam. ich blieb, weil das spiel alles war. und weil diego es so wollte.“

preis des ruhms

Am Ende spricht er über die Rechnung, die der Körper später präsentierte. Sprunggelenk kaputt, Schmerzen, die ihn nachts wach hielten. 2019 sagte er dem Chirurgen: „Schneiden Sie das Bein ab, ich will keine Prothese, ich will nur, dass es aufhört zu schmerzen.“ Der Fußball gab ihm Alles – und nahm sich am Ende auch noch die Ruhe.

Ein Satz bleibt hängen, lange nachdem die Kameras aus sind. „Wenn du 200 Tore schießt, aber allein stirbst, waren die 200 Tore dann wirklich deine Freunde?“ Batistuta antwortet nicht direkt. Er zuckt nur mit den Schultern. Und weiß: Die Antwort kennen nur die, die damals dabei waren – und die jetzt wegschauen.