Bastoni kämpft um samstag-einsatz: tibia beruhigt sich, sturm kommt

Alessandro Bastoni zieht sich aus dem Schatten der Krücke. Noch am Montag humpelte der Inter-Verteidiger durch Appiano, gestern meldete sich die geschwollene Tibia erstmals mit weniger Schmerz – und heute entscheidet sich, ob der 26-Jährige am Samstag um 15 Uhr in sein San Siro zurückkehrt. Gegner: Atalanta, der Klub, der ihn mit sieben Jahren großzog und dem er mit 17 den Debüt-Schlag versetzte.

Der tumult ist laut, das bein spricht leiser

Der tumult ist laut, das bein spricht leiser

Seit dem Derby-Foul an Rabiot lastet ein Hämatom auf Bastonis Schienbein. Die Kontusion war so heftig, dass Chivu ihn zuletzt nur mit Schonung und Eis betreute. Gestern testete das Medizin-Team die Belastbarkeit – erste Entwarnung. Heute folgt die entscheidende Untersuchung: kein Millimeter Risiko darf bleiben, denn die Saison-Endspielzeit beginnt.

Carlos Augusto wartet bereits in der Startlücke. Der Brasilianer trainierte gestern zusätzlich Sprints, sollte Bastoni ausfallen. Doch der Italiener will mehr als nur das Trikot: Er will die Pfiffe abschütteln, die ihm seit dem Kalulu-Theater vom 14. Februar aus ganz Stadion-Richtungen folgen. Lecce, Como, Mailand – überall Buhrufe. „Er spürt den Druck wie das Hämatom“, sagt ein Staff-Mitarbeiter.

Die Wucht der Kollision mit Rabiot war nur ein Knall, die Nachwirkungen ein Gedröhn. Chivu wird kein Risiko eingehen, weil nach Bergamo bereits Fiorentina, Udinese und der Top-Spieltag folgen. Die Meisterschaft soll nicht an einem einzigen Schienbein zerbrechen.

Sollte Bastoni heute grünes Licht erhalten, wäre es mehr als ein medizinisches Okay – es wäre ein Statement gegen die Galgenstille der letzten Wochen. Dann stünde er dort, wo er einst als Jugendlicher seine ersten Bälle klärte, nur diesmal in Schwarz-Blau und gegen die eigene Vergangenheit. Die Tibia mag leiser werden, das Herz schlägt laut.