Bastoni fliegt, italien zittert: roter sahneschnitt lässt azzurri in bosnien plötzlich allein
42. Minute, Italien führt 1:0 in Zenica, da schlägt Alessandro Bastoni zu spät ein. Sein Bein trifft Elvir Memic statt den Ball, Referee Clément Turpin zückt sofort Rot. Mit einem Schlag steht die Squadra Azzurra zu zehnt, die Quali-Sieges-Serie steht auf Messers Schneide.
Kean-tor rettet zunächst die fassade
Mois Kean hatte das Team von Luciano Spalletti nach Viertelstunde per Kopf in Führung geschossen, doem die Vorentscheidung verpassten die Gäste. Stattdessen präsentierte sich Bastoni erneut als Risikofaktor. Bereits in der Serie-A-Schlacht gegen Juventus hatte der Inter-Verteidiger mit einem Schwalben-Duell die Rote Karte für Valentín Carboni provoziert – diesmal war er selbst dran.
Die Szene ist klar: Memic startet in die Tiefe, Bastoni kommt aus halblinkem Winkel, trifft den Stürmer am Oberschenkel. VAR geprüft, Entscheidung bleibt. „Letzter Mann, klare Torchance“, sagt auch Lothar Matthäus im DAZN-Studio. „Ein Sahneschnitt, der leider ins Glas fällt.“
Die Statistik nagt an Bastoni: Seit November sieben gelbe Karten, zwei Platzverweise in den letzten fünf Pflichtspielen. Spalletti reagiert sofort, stellt auf Fünfer-Kette um, bringe Cristante für Jorginho. Doch die Spielfreude ist weg, die Bälle fliegen lang, Zenica tobt.

Social-media-kanäle kochen
Italiens Twitter-Timelines explodieren: „Bastoni = Zeitbombe“, schreibt ein User, andere fordern den Verzicht auf den 25-Jährigen. Die Gazzetta dello Sport titelt auf der Web-Seite schonungslos: „Una stagione da dimenticare.“
Die Zahlen sind hart: Ohne Bastoni auf dem Feld kassierte Italien in den vergangenen 18 Monaten nur 0,4 Gegentore pro Spiel, mit ihm 0,9 – mehr als Verdoppelung. Die Robustheit, die einst sein Markenzeichen war, mutiert zum Bumerang.
Dennoch hält Spalletti Deckung: „Er ist jung, er lernt. Wir werden ihn nicht abhängen.“ Doch intern brodelt es. Assistent Marco Landucci schwor dem Kicker, man plane „Konsequenzen“, sprach von „Verantwortung gegenüber der Gruppe“.
Am Ende rettet Donnarumma mit zwei Glanzparaden den Punkt. Die Qualifikation für die EM 2024 bleibt auf Kurs, aber das Gefühl bleibt: Diese Italia trägt einen Riss, und Bastoni steht mittendrin. Wenn er nicht umdenkt, wird der nächste Rote Schleier nicht auf den Videoschnitt folgen, sondern auf dem Platz – und dann zieht Spalletti womöglich die Reißleine.
