Basketball-thriller in braunschweig: löwen kämpfen sich doch noch ins leben!

Ein Nervenkrimi, der bis zur letzten Sekunde atemlos machte: Die Basketball Löwen Braunschweig haben gestern Abend gegen die MHP Riesen Ludwigsburg einen hart erkämpften Sieg nach Verlängerung (98:97) gefeiert und damit zumindest einen Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf der Easycredit BBL entfacht. Für die Fans ein Befreiungsschlag, für den Verein ein Kampf auf Messers Schneide.

Fünf stammspieler fehlen – doch der wille zählt

Die Personalsituation war vor dem Spiel alles andere als ideal. Mit Luka Scuka, Luca Joe Ewelt, Barra Njie, Esli Edigin und Ferdinand Zylka fielen gleich fünf Leistungsträger verletzungs- oder privat bedingt aus. Doch Trainer Ramón Díaz forderte von seiner Mannschaft Kampfgeist – und die Löwen lieferten. „Vor dem Spiel habe ich verlangt, dass wir kämpfen“, so Díaz nach dem Spiel, „und das haben sie getan.“

Ein spiel auf augenhöhe – und ein unglaubliches comeback

Ein spiel auf augenhöhe – und ein unglaubliches comeback

Von Beginn an entwickelte sich ein hochumkämpftes Spiel, in dem beide Teams sich keinen Ball erlaubten. Die Riesen aus Ludwigsburg, die auf direkte Play-off-Qualifikation hofften, zeigten sich ebenfalls von ihrer besten Seite. Der Dyn-Kommentator Stefan Koch beschrieb das Spiel als „kompletten Wahnsinn“ – und das traf zu. 47 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit lagen die Löwen bereits mit acht Punkten zurück (83:88). Doch anstatt aufzugeben, kämpften sie sich zurück ins Spiel. Ein erfolgreicher Korbleger von Bryant Crawford sorgte für die Verlängerung.

Verlängerung, aufholjagd und ein freiwurf-drama

Verlängerung, aufholjagd und ein freiwurf-drama

In der Verlängerung schienen die Löwen die Oberhand zu gewinnen. Ein 12:0-Lauf brachte ihnen eine komfortable Führung (95:88). Doch Ludwigsburg gab nicht auf und startete eine letzte Aufholjagd. Der entscheidende Moment: Zwei Freiwürfe von Bryant Crawford, die er beide verwarf. Ludwigsburgs Stefan Smith hatte die Chance, mit dem Buzzer den Sieg zu sich zu reißen – doch sein Wurf aus der eigenen Hälfte ging daneben. „Mir sind unendlich viele Steine vom Herzen gefallen“, gestand Youngster Benjamin Schröder erleichtert.

Konzentration auf das eigene spiel – und ein blick auf jena

Konzentration auf das eigene spiel – und ein blick auf jena

Um sich nicht von den Ergebnissen anderer Spiele ablenken zu lassen, verzichteten die Braunschweiger auf die Bank und ließen die Zwischenstände der Partie Rostock gegen Jena auf einer Leinwand anzeigen. Die Kunde von Jenas deutlicher Niederlage (79:89) verbreitete sich jedoch schnell in der Kabine. „Das hat uns zusätzlich motiviert“, so Díaz. Der Coach weiß aber auch, dass der Sieg gegen Ludwigsburg nur ein Schritt ist. „Wir müssen versuchen, in der Verteidigung besser zu werden. Wir haben ihnen zu leicht Punkte ermöglicht.“

Die ausgangslage: ein drahtseilakt bis zum ende

Der Klassenerhalt ist weiterhin ein fernes Ziel. Braunschweig muss nicht nur die verbleibenden Spiele gegen Oldenburg und Chemnitz gewinnen, sondern auch auf die Hilfe anderer Teams zählen. Jena muss sowohl gegen Heidelberg als auch gegen Alba Berlin verlieren – und selbst dann ist noch nicht sicher, ob es für die Löwen reicht. Es ist ein Drahtseilakt, der bis zum letzten Spieltag Spannung verspricht. <Die Hoffnung stirbt zuletzt, und in Braunschweig lebt sie noch.