Basketball-hoffnung emily mae smith (20) nach hit-and-run gestorben
Ein schwarzer Cadillac Escalade riss sie mit, warf sie fünf Meter weit und raste davon. Drei Stunden später wurde Jakob D. Krise (18) gefasst – jetzt steht der College-Captain von SUNY Potsdam nicht mehr auf dem Parkett, sondern auf der Todesliste des St. Lawrence County.
Die nacht, in der potsdam den atem anhielt
Kurz vor 4:00 Uhr, Pierrepont Avenue. Die Lichter des Campus leuchten noch, doch Emily ist nicht auf dem Weg zur Bibliothek, sondern mitten auf der Fahrbahn. Augenzeugen sprechen von einem dumpfen Aufprall, dann Stille. Rettungswagen, Not-OP, Blutspende – alles umsonst. Die 1,80 m große Shooting Guard aus dem zweiten Jahr Betriebswirtschaft erliegt ihren Verletzungen, bevor die Sonne über den Adirondacks aufgeht.
Trauer reißt Löcher in die Startformation. Brittany Cohen, Head Coach der Bears, bricht in der Pressekonferenz zusammen: „Emily war unser Kompass, unser lautester Cheerleader, unsere beste Verteidigerin. Wie geht Saisonvorbereitung ohne sie?“ Die Antwort lautet: gar nicht. Das erste Liga-Spiel wurde abgesagt, stattdessen Kerzen, Trikots und ein Basketball, der nie wieder von ihr eingeworfen wird.

Dean’s list, captain’s band – und jetzt ein kreuz am straßenrand
SUNY-Potsdam-Präsidentin Dr. Suzanne Smith zitiert die Notenstatistik: 3,8 GPA, Dean’s List beide Semester, 32 Stunden Community Service. „Sie hatte den Campus im Blut“, sagt Smith und meint damit nicht nur das orangefarbene Trikot. Emily organisierte Kleiderkammern für obdachlose Jugendliche, coachte Nachwuchsteams im örtlichen YMCA und lieh ihren Sneaker aus, wenn ein Freshman keine hatte.
Athletik-Direktor Mark Misiak reibt sich die Augen, als ihm klar wird, dass die Nummer 23 nie wieder durch den Mixed Zone-Läufer sprintet. „Wir verlieren nicht nur Punkte, wir verlieren Kultur“, sagt er und kündigt ein dauerhaftes Retirment der 23 an. Kein Bear wird sie mehr tragen – ein Schritt, der in der D-II-Szene für Aufsehen sorgt.

Fahrer unter alkohol – anklage erstattet, knast noch offen
Die Anklage liest sich wie ein Lehrbuch für Fehlverhalten: Leaving the scene of a fatal accident, Driving While Ability Impaired, beides Straftaten im Staat New York. Krise wurde auf freiem Fuß gesetzt, die Kaution lag bei 10.000 Dollar – ein Betrag, der in der Basketball-Community für Empörung sorgt. „Wenn du einen Menschen tötest, gehört hinter Gitter, nicht vor die Tür“, postete ein Kommilitone auf Instagram; der Beitrag wurde 40.000 Mal geteilt.
Die Staatsanwaltschaft St. Lawrence County kündigt ein Grand-Jury-Verfahren an. Die maximal mögliche Strafe: sieben Jahre wegen Unfallflucht, zusätzlich ein Jahr wegen Alkohol am Steuer. Für Emily’s Eltern ist das ein schaler Trost. Sie reisten aus Ohio an, um ihre Tochter abzuholen – und fahren mit einem Sarg zurück.
Ein campus trauert, ein sport verliert seine zukunft
Am Mittwochabend versammelten sich 1.200 Studenten auf dem Academic Quad. Keine Reden, nur Kerzen und das leise Kreischen von Turnschuhen auf Schnee. Jemand legte einen alten Spalding auf den Boden, drauf geschrieben: „Play every game like it’s your last – E.M.S. 23“. Die Botschaft ist angekommen: Kein Spiel, kein Training, kein einfacher Sprint wird je wieder selbstverständlich sein.
Die Bears starten ihre Saison ohne Captain, ohne Herzstück, ohne ihre beste Werbung. Doch die Nummer 23 bleibt im Roster stehen – als Erinnerung, dass Basketball mehr ist als Körbe werfen. Manchmal ist es das Einzige, was bleibt, wenn alles andere zerbrochen ist.
