Barcelona in den playoffs: kann die alte garde noch zuschlagen?
Die Playoff-Saison der Liga Endesa ist mit einem Knall eröffnet worden: UCAM Murcia empfängt den FC Barcelona in einer Serie, die von Anfang an nach einem Duell auf Augenhöhe schreit. Doch hinter der vermeintlichen Chancengleichheit verbirgt sich eine bittere Wahrheit für die Katalanen: Eine Saison, die mit dem Anspruch auf den Titel begann, endet womöglich früher als erwartet.
Ein barcelona am scheideweg: die schatten der vergangenheit
Der deutliche 77:102-Schlappe gegen Valencia Basket im letzten Spiel der regulären Saison besiegelte das Schicksal des FC Barcelona. Die fünfte Platzierung und damit der Ausrutscher aus den Top 4 ist bereits die dritte Enttäuschung in den letzten zehn Saisons. Ein alarmierendes Zeichen für einen Verein mit der Tradition und dem Anspruch des FC Barcelona.
Dieser Fehltritt zog eine Kaskade von Konsequenzen nach sich. Ein Dreierpack aus Teams – Murcia, Baskonia und Valencia – kämpfte um die letzten Plätze in der Top 4. Am Ende ging der Kürzerntrein ausgerechnet an UCAM Murcia, was die ohnehin angespannte Situation für die Katalanen weiter verschärfte. Für Trainer Sito Alonso bedeutete dies den Abstieg von Platz zwei auf vier – und das Los gegen den Erzrivalen.
Die Geschichte wiederholt sich: Bereits in den Jahren 2017 und 2023 scheiterte Barcelona nach verpasstem Top 4 an der Viertelfinal-Hürde. 1997, als Georgios Bartzokas das Ruder übernahm, wurde man im dritten und entscheidenden Spiel gegen Valencia geschlagen. Damals war Valencia der strahlende Sieger der Liga. Ob die Geschichte sich wiederholt, bleibt abzuwarten.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Barcelona hat in den letzten Jahren gelernt, mit dem Druck umzugehen, aber scheinbar nicht, wenn es wirklich darauf ankommt. Das Fehlen des Heimvorteils in dieser Serie ist ein schwerwiegender Nachteil, der sich negativ auf die Chancen der Mannschaft auswirken könnte.

Murcia: der underdog mit dem durchbruch
Während Barcelona mit dem Rücken an der Wand steht, kann UCAM Murcia selbstbewusst in die Serie gehen. Das Team hat seine bisher beste Saison überhaupt gespielt und 25 Siege auf dem Konto. Ein Rhythmus, der durch die bisherigen Erfolge gegen Barcelona in der regulären Saison untermauert wird.
Die Spieler von Trainer Xavi Pascual stehen vor einer Mammutaufgabe. Die angekündigte Abberufung Pascuals am Saisonende stellt eine zusätzliche Belastung dar und könnte die Unsicherheit im Team weiter verstärken.
Toko Shengelia, der georgische Flügelspieler des FC Barcelona, versucht dennoch, Optimismus zu verbreiten. “Die Playoffs sind der wichtigste Teil der Saison, und wir wissen, mit welchem Team wir es zu tun haben. Murcia ist sehr physisch, besonders zu Hause, wo sie mit großem Selbstvertrauen spielen. Sie haben bereits bewiesen, dass sie ein Kämpferteam sind, das jeden schlagen kann.”
Doch die Worte des Optimismus können die bittere Realität nicht verschleiern: Barcelona muss sich gegen ein Team behaupten, das in Topform ist und bereits zweimal in der regulären Saison die Oberhand gewonnen hat. Die Zeichen stehen nicht gut für den FC Barcelona – und die Frage ist, ob die alte Garde noch einmal zuschlagen kann.
