Barça fegt sevilla weg und wählt: laporta vor zweiter amtszeit?
114.504 Stimmen, fünf Tore, ein Comeback: Der FC Barcelona verwandelte den Sonntag in ein Spektakel mit Folgen. Raphinha traf dreimal, Gavi kehrte nach 203 Tagen zurück – und die Mitglieder entscheiden bis 23 Uhr, ob Joan Laporta weiterregiert.
Camp nou als wahllokal und schaulaufen
Thomas Tuchel war nicht da, aber Hansi Flick schon. Der deutsche Trainer ließ seine Mannschaft gegen ein Sevilla ohne den gesperrten Matías Almeyda ein Feuerwerk entfachen, das die Liga spürte. Bereits nach acht Minuten lag der Gegner doppelt zurück, beide Male verwandelte Raphinha per Elfmeter, herausgeholt von João Cancelo. Der Portugiese selbst schlug zweimal zu – einmal Vorlagengeber, einmal Torschütze.
Dazwischen schob Dani Olmo zum 3:1 ein, Gavi ersetzte Raphinha in der 82. Minute und wurde mit Gänsehautapplaus empfangen. Der 20-Jährige hatte seit seinem Kreuzbandriss im September nicht mehr in LaLiga gestanden. Die Anzeigetafel zeigte am Ende 5:2, weil Youssef En-Nesyri und Moussa Sow nur Anschlusstor und Ergebniskosmetik markierten.

Die machtfrage neben dem platz
Um 21 Uhr schlossen die Urnen, 114.504 stimmberechtigte socios durften ihre Stimme für die Präsidentswahl abgeben. Prognosen sehen Joan Laporta klar vor Herausforderer Víctor Font. Sollte sich die Trendwende nicht mehr einstellen, bleibt der 62-Jährige bis 2026 im Amt und könnte die sportliche Trendwende unter Flick weiter begleiten. Die offiziellen Zahlen werden gegen 23 Uhr erwartet, doch schon jetzt zeigt sich: Der Klub hat seine Geschlossenheit wiedergefunden.
Barcelona liegt vier Punkte vor Real Madrid, hat ein Spiel weniger absolviert und am Dienstag das Rückspiel in der Champions League gegen Newcastle auf dem Programm. Das 1:1 in St. James’ Park macht den Weg nach dem Achtelfinale offen. Mit Raphinha in dieser Form und einem Gavi, der „wie ein Neuzugang wirkt“, wie Flick sagte, traut man sich in Katalonien wieder europäische Spitzenplätze zu.
Die größte Baustelle bleibt das Stadion. Die provisorische Erweiterung auf 105.000 Plätze funktionierte, die Nachfrage ist ungebrochen. Doch erst 2026 soll der komplette Umbau abgeschlossen sein – mit oder ohne Laporta an der Spitze. Bis dahin muss der Sport weiter die Geschäfte lenken. Er tut es gerade mit Genugtuung.
