Banca mediolanum bleibt dem giro treu – die blaue bergtrikot-saga geht weiter

Kein Sponsor hält so lange durch wie Banca Mediolanum. Seit 2003 kleidet das Institut den besten Kletterer des Giro d’Italia in Blau – und verlängert nun auf unbestimmte Zeit. Damit reicht die Partnerschaft länger als die Karrieren der meisten Radprofis.

Warum eine bank 22 jahre lang ein trikot finanziert

Massimo Doris, CEO von Banca Mediolanum, sagt es offen: „Der Giro ist für uns Heimatmarketing.“ Die Maglia Azzurra rollt durch 7.000 Kilometer italienischer Alpen- und Apenninen-Asphalt, und jeder Live-Schwenk auf die blaue Silhouette ist ein Werbefenster, das kein Spot kaufen kann. Urbano Cairo, Chef von RCS Mediagroup, schiebt nach: „Die Doris-Familie hat verstanden, dass der Giro kein Rennen, sondern ein Volksfest ist.“

Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: 2025 sahen 4,2 Millionen Zuschauer mindestens eine Etappe live am Straßenrand, 1,1 Milliarden TV-Minuten wurden weltweit verbraucht. Die Maglia Azzurra war in 86 % der Sendungen zu sehen – ein Branding-Wert, den man sonst nur mit der Champions-League erreicht.

Alte helden, neue regeln

Alte helden, neue regeln

Bei der Präsentation im Mailänder Palazzo Biandrà standen die Legenden parat: Ballan, Bettini, Fondriest, Motta. Sie alle trugen einmal Blau – und verkörpern das Narrativ, das Mediolanum transportiert: Aufstieg durch Eigenleistung. 2026 gibt es erstmals auch eine Blaue Trikot-Linie für das Frauenrennen Giro d’Italia Women und die U23-Tour Giro Next Gen. Dalia Muccioli, einzige Frau im Ehrenring, sagt trocken: „Endlich zahlt die Bank doppelt – für Gleichberechtigung und für Quoten.“

Startort der 109. Ausgabe ist übrigens nicht Italien: Am 8. Mai 2026 rollt das Feld in Nessebar, Bulgarien, los. Ein Land, in dem Mediolanum keine Filiale hat – aber bald jede Menge blaue Fahnen.

Die Botschaft ist klar: Wer 22 Jahre durchhält, braucht keine neue Marketingstrategie – nur neue Berge.