Balingen-weilstetten festigt den aufstieg: 42:34 in krefeld reicht
Die Gallier von der Alb sind zurück im Oberhaus. Mit einem 42:34-Spektakel beim Abstiegskandidaten HSG Krefeld machte HBW Balingen-Weilstetten den vorzeitigen Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga perfekt – drei Spieltage vor Schluss.
Matthias flohrs truppe macht’s kurz und schmerzlos
18:21 zur Pause, 42:34 am Ende – ein zweiter Durchgang, der die komplette Saison in einem Mikrokosmos zeigt: gerissen, schnell, gnadenlos effizient. Nach dem Seitenwechsel drehten die Schwaben auf, nagelten Krefeld mit 24:13-Toren in den Boden und ließen den HC Elbflorenz aus Dresden keine Chance mehr, den Rückstand auf Tabellenplatz drei aufzuholen.
Für den HBW ist es der vierte Bundesliga-Aufstieg. Die letzte Zweitliga-Mission 2023/24 endete mit dem bitteren Abstieg, doch schon im Pokal hatte das Team von Trainer Matthias Flohr mit dem Einzug ins Final Four und dem dritten Platz Signale gesetzt. Jetzt folgt die Quittung: wieder erste Liga, wieder TV-Abende, wieder die großen Hallen.

Schwaben-duell ums goldene ticket
Am 6. Juni kommt es zum Showdown. Dann gastiert die SG BBM Bietigheim in der Albgauhalle – und plötzlich zählt nur noch die Meisterschaft. Bietigheim löste seinen Aufstieg am Freitagabend auf dem Sofa, als Dresden in Hüttenberg verlor, und bestätigte mit dem 32:27 in Oppenweiler/Backnang die eigene Form. Zwei schwäbische Clubs, zwei unterschiedliche Wege, ein Ziel: die rote Laterne als Zweitliga-König.
Die Zahlen sprechen Bände: Balingen-Weilstetten traf in Krefeld 42-mal aus 58 Würfen, Kapitän Sebastian Häfner warf acht Tore, Jonas Maier sieben. Die Deckung stand ab der 40. Minute wie eine Mauer – Krefeld kam in dieser Phase nur noch zu fünf Treffern. Die Leidenschaft der 1.200 mitgereisten Fans brandete über die Bande, als Schiedsrichter Nüssle den Endpfiff ertönen ließ.
Die Bilanz: 23 Siege, drei Remis, vier Niederlagen – 49 Punkte aus 30 Spielen. Keine Mannschaft traf häufiger, kein Torhüter parierte mehr Siebenmeter als Maximilian Leibold. Und kaum ein Club verkauft seine Heimpartien so regelmäßig aus wie der HBW. Die Albgauhalle wird auch in der Bundesliga zum Hexenkessel – fraglich ist nur, ob sie die Anforderungen der Dachliga erfüllt.
Doch das ist Sommerthema. Jetzt zählt nur der Moment: die Spieler fallen sich in den Arm, der Coach wirbelt das Handtuch über den Kopf, und auf der Tribüne skandiert ein Chor „Wir sind wieder da!“ Für die Region, für den Sportstandort Schwaben, für jeden Jugendspieler, der vor Jahren noch mit verschwitztem Trikot vor der Halle stand und davon träumte, einmal gegen Flensburg oder Kiel aufzulaufen.
Die Rechnung der Saison war simpel: wer die meisten Tore wirft und die wenigsten kassiert, steigt auf. Balingen-Weilstetten machte beides – und macht damit die 2. Bundesliga zum Vorprogramm. Am 6. Juni folgt der große Finaleinzug gegen Bietigheim. Danach geht’s in die erste Liga. Punkt. Aus. Feierabend.
