Baldini setzt auf bartesaghi, ndour & kayode: italien u21 will gegen nordmazedonien glänzen

Empoli – 18.15 Uhr, Stadio Carlo Castellani. Dann läuft die nächste Etappe auf dem Weg zur EURO 2025. Silvio Baldini hat seine Startelf so gut wie klar: Bartesaghi, Ndour und den Neuzugang Kayode will er gegen Nordmazedonien auflaufen lassen. Die Botschaft des Trainers klingt wie ein Signal an die ganze italienische Fußball-Nation: „Wir sind stark, aber nichts ist geschenkt.“

Die jungen alten sollen es richten

Bartesaghi, 20, bereits Champions-League-Einsatz mit Milan; Ndour, 19, traf jüngst gegen Inter und feierte sich mit einem coolen Fingerzeig ins Kameralicht; Kayode, erst vor Tagen aus England eingereist, legte die italienische Medizin-Abteilung schneller hinter sich als viele seiner Kollegen die Taktik-Boards verstehen. „Unsere ärztlichen Richtlinien sind strenger als in England“, sagt Baldini trocken. Der Sturmspieler hat die Tests gemeistert, sofort wurde er im Teamhotel in Coverciano willkommen geheißen.

Die Statistik gibt dem Coach recht: Seit November kassierte diese U21 nur noch einen Gegentreffer in fünf Spielen, die Passquote liegt bei 87 %. „Die Zahlen sprechen, aber sie spielen nicht“, scherzt Baldini, „dafür sind die Jungs da.“

Ein torhüterwechsel und ein krankenhausbesuch

Ein torhüterwechsel und ein krankenhausbesuch

Im Tor wird heute Palmisani vom Frosinone stehen. Lazio-Youngster Motta schleppte eine Blessur herein, zuckt mit den Schultern: „Baldini hat mich trotzdem gelobt, das zählt.“ Die Mannschaft war gestern noch im Kinderkrankenhaus Santa Maria Goretti, Verteidiger Gozzi Iweru las vor, Mittelfeldregisseur Pisilli schenkte Autogrammkarten. „Ein göttliches Geschenk, mit diesen Kids zu arbeiten“, sagt der Coach. Die Botschaft: Erst Mensch, dann Fußballer.

Die Abwesenheiten sind prominent: Camarda fällt mit Syndesmose, Pisilli und Palestra schwirzen bereits bei Spalletti in der A-Nationalmannschaft herum. Für die U21 bleibt trotzdem Druck. Platz zwei reicht, um in die Play-offs zu rutschen, doch Baldini will den Gruppensieg. „Wenn wir morgen gewinnen, haben wir es selbst in der Hand“, rechnet er vor. Drei Punkte Vorsprung auf Nordmazedonien, ein Spiel weniger.

Der gegner und das italienische selbstvertrauen

Der gegner und das italienische selbstvertrauen

Die Nordmazedonier kamen mit zwei Siegen aus der Winterpause, vor allem Elif Elmas bringt Serie-A-Erfahrung mit. „Wir kennen sie, sie kennen uns“, sagt Baldini. Sein Co-Scout liefert Videos, die zeigen: Gegnerische Abwehr kippt bei Tempogegenstößen nach innen. Die Lösung: Flügelwechsel und früher Ballgewinn im Mittelfeld. Man merkt, dass der Trainer die Details liebt.

Empoli erwartet 8.000 Zuschauer, ein Drittel der Kapazität, doch die Kurve wird laut. Der Bürgermeister versprach kostenlose Fan-Flags, die Stadt lechzt nach einem Fest. Für die Spieler ist es ein Testlauf fürs große Stadio. „Wenn du hier brillierst, reden bald alle über dich“, sagt Ndour. Er sollte es wissen – sein Tor gegen Inter wurde auf TikTok über fünf Millionen Mal geklickt.

Die stunde der wahrheit naht

Die stunde der wahrheit naht

Kick-off, 18.15 Uhr. Sky überträgt, Rai Stream parallel. Baldini atmet durch, dann applaudiert er seinem Team in der Kabine. Die Aufstellung steht: Palmisani – Dell’Orfano, Gozzi Iweru, Bartesaghi, Giovane – Fazzini, Prati, Ricci – Kayode, Ndour, Miretti. Die Jungs wissen: Ein Sieg heute bedeutet nicht nur drei Punkte, sondern den Beweis, dass Italiens Zukunft nicht in teuren Importen, sondern in eigener Heranreife liegt. Die Kurve wird „Grazie ragazzi“ skandieren – und vielleicht schon morgen die Agenten mit neuen Verträgen anrufen. Der Countdown läuft.