Bahnverkehrschaos: ertms-umstellung legt hochgeschwindigkeitsstrecke lahm

Romagna, Italien – Reisende aufgepasst: Die Hauptstrecke Rom-Florenz steht ab Samstagabend still. Grund ist die dringend notwendige Umstellung auf das European Rail Traffic Management System (ERTMS), ein europaweit einheitliches System zur Steuerung des Bahnverkehrs. Was für Reisende eine Zerreißprobe bedeutet, soll langfristig für mehr Pünktlichkeit und Sicherheit sorgen – allerdings zu einem hohen kurzfristigen Preis.

Verzögerungen und umwege: die folgen für pendler

Verzögerungen und umwege: die folgen für pendler

Die Arbeiten, die bereits seit längerem geplant sind, betreffen insbesondere den Abschnitt Orvieto-Settebagni, den letzten Teil der Strecke zwischen Rom und Florenz, der mit der modernsten Technologie ausgerüstet wird. Zusätzlich wird auch der Abschnitt Orte-Rom Tiburtina betroffen sein. Zwischen Mitternacht des 11. April und 15:00 Uhr am Sonntag, 12. April, kommt es zu einer vollständigen Sperrung der Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die Folge: Kein TGV, Intercity oder Regionalzug kann in diesem Zeitraum zwischen Rom und Florenz verkehren.

Als Ausweichroute wird die Küstenstrecke genutzt, was jedoch mit erheblichen Verspätungen und einer längeren Reisezeit einhergeht. RFI, die italienische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft, verspricht, dass der reguläre Betrieb ab Dienstag, 14. April, wieder aufgenommen wird – zunächst allerdings mit reduzierter Kapazität und weiterhin verlängerten Fahrzeiten auf der Umstrecke.

Die Umstellung auf das ERTMS ist Teil eines umfassenderen Modernisierungsprogramms, das mit 2,5 Milliarden Euro aus Mitteln des nationalen Wiederaufbauplans (PNRR) finanziert wird. Bis Juni 2026 sollen insgesamt 2.800 Kilometer italienischer Bahnstrecken modernisiert werden. Die Investition soll sich lohnen, denn neben einer verbesserten Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit verspricht das ERTMS auch langfristig Kosteneinsparungen bei der Instandhaltung und dem Betrieb des Schienennetzes.

Aber es gibt einen Haken: Während die Modernisierung langfristig Vorteile bringt, sind die kurzfristigen Auswirkungen für Reisende erheblich. Die Umleitung über die Küstenstrecke wird nicht nur die Reisezeiten verlängern, sondern auch zu einem höheren Verkehrsaufkommen und potenziellen Engpässen führen. Die italienische Eisenbahn steht somit vor der Herausforderung, die Unannehmlichkeiten für die Reisenden so gering wie möglich zu halten, während sie gleichzeitig eine wichtige Modernisierung des Schienennetzes vorantreibt.

Die aktuellsten Informationen zu Fahrplanänderungen und alternativen Reiseverbindungen sind über die Kanäle der jeweiligen Bahngesellschaften abrufbar.