Bacca, der letzte milan-killer: 18 tore vor zehn jahren, heute jagen sie seinen geist

Carlos Bacca war nie ein Herzschläger, aber ein Lohnkiller. Vor zehn Jahren hatte er Mitte April schon 14 Treffer auf dem Konto – mehr als Leão, Pulisic & Co. heute nach 30 Spieltagen zusammen. Die Rossoneri verzweifeln an Kleinigkeiten, er machte Kleinigkeiten groß.

Warum galliani damals nach barranquilla rief

Adriano Galliani saß im Mai 2015 im Büro, schlug mit der flachen Hand aufs Holz und brüllte: „Besorgt mir einen 20-Tore-Stürmer, keine Versuche.“ Das Scouting kam zurück mit zwei Post-its: Jackson Martínez vom FC Porto und Carlos Bacca vom FC Sevilla. Martínez landete bei Atlético, verschwand im Winter nach China und gilt als Transfer-Puzzle, das nie zusammenpasste. Bacca dagegen unterschrieb für 30 Millionen, sah aus wie ein strenger Onkel und lief wie ein Uhrwerk.

Seine Zahlen im ersten Jahr: 18 Liga-Tore, zwei in der Europa League. Dritter Hinter Higuaín und Dybala. Der Begriff „Effizienz“ war plötzlich wieder Teil des San-Siro-Wortschatzes.

Der gegenschlag gegen die provinzclubs

Der gegenschlag gegen die provinzclubs

Die Saison 2015/16 drohte zu kippen, als Milan zwischen Dezember und Februar sieben Mal gegen den Ballast der Tabelle scheitern wollte. Bacca schlug in genau diesem Fenster sieben Mal ein. Ein Kopfball gegen Frosinone, ein Lupfer gegen Carpi, ein Nachschuss im Derby – 3:0, Spalt in der Kurve. Die Punkte kamen, die Zweifel schwanden.

Vergleicht man die aktuelle Angriffslinie, fällt auf: Pulisic traf zuletzt am 2. Februar, Leão war fünf Wochen außer Gefecht, Nkunku lieferte einen Solo-Run und verstummte. Gegen die unteren Tabellenhälften holte Milan bisher sieben Punkte weniger als zur gleichen Zeit 2016. Der Grund: kein Bacca, der kleine Feuer löscht, bevor sie zur Großbrand werden.

40 Jahre, ein sehnenriss und noch immer der 9er von barranquilla

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Bacca spielt noch. Junior Barranquilla, Heimatclub, Busfahrer-Träume von einst. Letztes Tor: 18. Mai 2024, dann riss sich das linksseitige Bein. Er sitzt auf der Bank, gibt Tips, zahlt Kaffee. 304 Pflichtspiel-Tore in Belgien, Spanien, Italien, Kolumbien – nie genug für Galá, immer genug für drei Punkte.

Milan-Fans streiten sich heute über Taktik, System, Besitzquote. Keiner streitet über Baccas Nachfolger, weil es keinen gibt. Die Zahlen sind gnadenlos: seit seinem Abschuss 2017 schaffte kein Stürmer mehr 18 Liga-Tore für die Rossoneri. Der Geist des Killers treibt weiter durch Mailand, nur ohne Körper.