Australien trotzt dem favoriten-dschungel: kann popovic überraschen?

Die WM 2026 in Nordamerika – für Australien eine Chance, sich im Schatten der vermeintlichen Giganten zu beweisen. Trainer Tony Popovic führt eine Mannschaft an, die defensiv stabil ist und taktisch flexibel, aber ob es reicht, um die Erwartungen zu übertreffen, bleibt abzuwarten.

Der wm-traum: mehr als nur das überstehen der gruppenphase

Australien gilt keinesfalls als Titelfavorit, doch die Ambitionen reichen über das bloße Überstehen der Gruppenphase hinaus. Mit einer disziplinierten Defensive und einer cleveren taktischen Ausrichtung wollen die Kängurus vor allem gegen die vermeintlich stärkeren Gegner punkten. Siege gegen Paraguay und die Türkei, gepaart mit einer starken Leistung gegen die USA, könnten den Weg ins Achtelfinale ebnen – und damit eine der größten Überraschungen des Turniers bedeuten.

Popovic, der sein erstes WM-Turnier als Trainer bestreitet, hat in der Qualifikation eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Nur sieben Gegentreffer in 16 Spielen der AFC-Qualifikation sprechen für eine der stabilsten Defensiven des Kontinents. Seine taktische Flexibilität, die sowohl eine Dreier- als auch eine Viererabwehrkette ermöglicht, ist dabei ein entscheidender Vorteil.

Besonders auffällig ist der hohe Druck, den Popovic' Mannschaft bereits im Mittelfeld ausübt. Das Kompakte Spiel zwischen den Linien und die schnellen Konter nach Ballgewinn machen die Australier zu einem unangenehmen Gegner. Doch es gibt auch Schattenseiten: Das australische Mittelfeld kämpft in engen Räumen oft mit Schwierigkeiten und verliert leicht den Ball, was zu gefährlichen Kontersituationen für den Gegner führen kann.

Ein Blick auf die Vergangenheit wirft einen langen Schatten: Australien hat in sechs WM-Teilnahmen stets dem späteren Weltmeister begegnet und in jedem Fall verloren. Ein bezeichnendes Muster, das zeigt, wie oft die Kängurus auf die stärksten Teams der Welt treffen. Die Hoffnung ruht daher auf einer besseren Losart und einer konstanten Leistung über die gesamte Gruppenphase.

Nestory irankunda: der shootingstar aus down under

Nestory irankunda: der shootingstar aus down under

Ein Hoffnungsschimmer für die australische Offensive ist Nestory Irankunda, ein 20-jähriger Flügelfspieler, der beim englischen Premier League Aufsteiger Watford unter Vertrag steht. Der junge Mann, der bereits für Bayern München spielte, ist bekannt für seine unglaubliche Geschwindigkeit, seine Physis und seine Explosivität im Dribbling. Er ist der zweitjüngste Spieler in der Geschichte, der für Australien traf und könnte mit seinen frischen Kräften für neue Impulse sorgen. Obwohl Craig Goodwin in der Qualifikation als bester Vorbereiter glänzte (alle seine fünf Assists kamen dabei aus Standardsituationen), ist er für die WM nicht dabei, was Irankunda die Chance gibt, sich zu beweisen.

Die Stärke Australiens liegt klar in seiner Abwehrarbeit und der Fähigkeit, Standardsituationen auszunutzen. Doch die Schwäche im Mittelfeld und die historische Unfähigkeit, dem späteren Weltmeister zu entkommen, machen die Aufgabe deutlich schwieriger. Ob Popovic es schafft, seine Mannschaft zu einer Überraschung zu führen, wird eines der spannendsten Themen der WM 2026 sein.

Die Wahrheit ist: Australien hat die physische Stärke und die taktische Disziplin, um einzelne Spiele zu gewinnen. Die Frage ist, ob es gelingt, diese Fähigkeiten über die gesamte Gruppenphase aufrechtzuerhalten und so den Fluch der Vergangenheit zu brechen – oder ob die Kängurus erneut im Schatten der Weltmeister stehen werden.