Aular: von der essenslieferung zum giro-hoffnungsträger!
Ein Name, der im peloton immer mehr Gesprächsstoff auslöst: Ourluis Aular. Der junge Venezolaner des Movistar Teams ist nicht erst seit gestern ein Mann für überraschende Offensiven und gefährliche Angriffe. Doch hinter dem selbstbewussten Sprinter steckt eine Geschichte, die von harter Arbeit, unzähligen Opfern und dem unerschütterlichen Glauben an den eigenen Traum erzählt.
Ein leben zwischen arbeit und pedalieren
Aulars Weg fußball- und baseballbegeistertem Kind in Venezuela zum internationalen Radsportprofi war alles andere als geradlinig. Es war ein Überlebenskampf, geprägt von endlosen Reisen mit dem Bus, Schichtarbeit und dem ständigen Kampf, seine Leidenschaft am Leben zu erhalten. “Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich in Madrid Essen auslieferte”, erinnert sich Aular. “Die täglichen Fahrten, die Müdigkeit… aber ich wusste, dass ich weiterkämpfen musste.”
Die Infrastruktur fehlte, die Unterstützung war rar, aber der junge Venezolaner gab niemals auf. Ein entscheidender Moment war die Empfehlung durch einen Landsmann, der bereits in Spanien Erfahrungen gesammelt hatte. “Er öffnete mir die erste Tür”, so Aular dankbar. “Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nie hier angekommen.”

Japantraining als wendepunkt
Ein weiterer unerwarteter Wendepunkt in Aulars Karriere war sein Engagement in Japan. “Das war eine völlig neue Erfahrung”, gesteht er. “Eine andere Kultur, eine andere Sprache, ein anderer Rennstil. Aber ich habe gelernt, mich anzupassen und stärker zu werden.” Die Zeit in Japan schärfte nicht nur seine technischen Fähigkeiten, sondern lehrte ihn auch, mit der Ungewissheit umzugehen und Chancen zu ergreifen, wo immer sie sich bieten.
Und nun steht er hier, beim Giro d'Italia, als einer der vielversprechendsten Sprinter der Welt. “Ich bin motiviert und fokussiert”, sagt Aular mit einem bescheidenen Lächeln. “Ich will zeigen, was ich kann und für mein Team kämpfen.”
Seine Stabilität und das Vertrauen, das ihm Movistar gewährt, wirken wie ein Katalysator für seine Entwicklung. “Sie behandeln mich hier wie einen Familienmitglied”, erklärt er. “Das macht einen großen Unterschied.”
Ein vorbild für die nächste generation
Aulars Geschichte ist mehr als nur die eines talentierten Radsportlers. Sie ist eine Geschichte von Hoffnung, Widerstandsfähigkeit und dem unbedingten Glauben an sich selbst. “Ich hoffe, dass junge Leute in Venezuela und überall auf der Welt sich von meiner Geschichte motiviert fühlen, ihre Träume zu verfolgen”, sagt er. “Es ist nicht immer einfach, aber mit harter Arbeit und Entschlossenheit kann man alles erreichen.”
Der Giro d'Italia ist für Aular nicht nur eine weitere Gelegenheit, seine Stärken zu zeigen, sondern auch eine Chance, ein Vorbild zu sein. Eine Chance, zu beweisen, dass auch aus den bescheidensten Verhältnissen heraus Großes möglich ist. Und wer weiß, vielleicht wird er ja schon bald ein Etappenwinner in einer der großen Rundfahrten sein – ein lebender Beweis dafür, dass Träume wahr werden können, wenn man bereit ist, dafür zu kämpfen.
