Aue-abstieg: fans rebellieren – „das auer herz ist krank geworden“

Der FC Erzgebirge Aue ist raus – und zwar nicht mit einem Knall, sondern mit einem 2:2-Remis, das wie ein Flüstern klingt, aber wie ein Schlag ins Gesicht trifft. Erstmals in 80 Jahren rutscht der Traditionsclub in die Regionalliga ab. Auf dem Auer Altmarkt kocht der Katzenjammer.

„Die kreuzen die arme – aber sie kämpfen nicht“

Volker Eibisch, seit Wismut-Zeiten dabei, redet Klartext. Er sieht keine Helden mehr, sondern Angestellte. „Die kreuzen zwar bei jedem Spiel ihre Arme, aber die spielen nicht mehr für Aue. Die spielen für sich, für ihr Geld.“ Seine Forderung: Weg mit den Dienstleistern, her mit Jungs aus dem Erzgebirge, die noch Blut geleckt haben. „Ein guter Trainer und das Präsidium müssen sich an die eigene Brust fassen und sagen: Wir haben Scheiße gebaut.“

Präsident leonhardts erbe wurde „über den haufen geschmissen“

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Bernd Albusberger spricht es aus, was viele denken: Die sogenannte Wismut-DNA, jene Mischung aus Stahlhärte und Lederhosen-Charme, ist verloren. „Die sogenannte Wismut-DNA von Helge Leonhardt hat man über den Haufen geschmissen und einfach Leute geholt, die nicht qualifiziert waren.“ Er will keine halben Sachen mehr: Entlassungen, Neuanfang, echte Konsequenzen.

Druck-kessel 3. liga: „gewinnen zu müssen war zu groß“

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Mia Margis hat die Interviews der Spieler gehört – dieses permanente „wir wissen nicht, wie das passiert ist“. Ihr Befund: Der Verein hat verlernt, mit Erwartungen umzugehen. „Dieser Druck, gewinnen zu müssen, war einfach zu groß.“ Kommunikation? Fehlanzeige. Statt Transparenz gab es Betroffenheits-Phrasen.

Ein junger Fan prophezeit, was kommt: „Aus der Regionalliga kommst du ganz, ganz schwer wieder raus.“ Er hofft, aber er glaubt nicht mehr an ein schnelles Wunder. Die Spieler werden gehen, das Geld wird knapp, die Gegner aus Plauen, Bautzen oder Meuselwitz wittern ihre Chance. Der Abstieg ist kein Punkt, er ist ein Bürgersteig, auf dem sich Aue jetzt die Knie aufschlägt.

Die Saison ist vorbei, die Scharte bleibt. Der Klub muss jetzt beweisen, dass er nicht nur ein Herz hat, sondern auch ein Rückgrat.