Aue verliert im nebel von münchen – abstieg rückt näher

Der FC Erzgebirge Aue hat am Dienstagabend beim TSV 1860 München mit 1:2 verloren – und das Ergebnis tut weh, weil es so nicht hätte sein müssen. Die Veilchen spielten auf Augenhöhe, kassierten ein kurioses Gegentor im dichten Nebel und hatten am Ende sogar die besseren Chancen auf den Ausgleich. Fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Und morgen wird der Verein 80 Jahre alt.

Ein tor aus dem nichts – und der nebel macht den rest

Es war die 51. Minute, als das Spiel kippte. Ein misslungener Befreiungsschlag von Simnica landete am eigenen Fünfer, Voet verlängerte, Haugen köpfte rein. Torwart Männel kam halbherzig heraus. Das Stadion war zu diesem Zeitpunkt in dichten Nebel gehüllt – und Aue schaute sich verdutzt an. Drei Minuten später pfiff Schiedsrichter Bauer aus Mainz die Partie für 17 Minuten lang ab. Beide Teams gingen vom Feld. Als es weiterging, war der Rhythmus weg – aber das Gegentor blieb.

Dabei hatte Aue mutig begonnen. Simnica köpfte nach einer Ecke knapp daneben, Guttau zwang Keeper Dähne zu einer Glanzparade. Die Löwen verschliefen die Anfangsphase komplett – bis Wolfram in der 7. Minute abstaubte. Ausgerechnet der in Zwickau geborene Neuzugang, der damit seinen Ex-Klub traf.

Zwei ex-löwen drehen das spiel – kurz

Zwei ex-löwen drehen das spiel – kurz

Die Antwort der Veilchen kam sofort. Guttau – selbst einst bei 1860 – passte in die Mitte, wo Bär einen Fehler von Reinthaler eiskalt nutzte und den Ball ins linke Eck schoss. 1:1 nach zwölf Minuten. Das Grünwalder Stadion war kurz still. Dann traf Voet die Latte, der Ball sprang an die Hand von Stefaniak – Glück für Aue. Das Spiel war wild, unkontrolliert, lebendig.

Kurz vor der Pause hätte Bär sogar die Führung erzielen können. Nach einem Knaller von Fallmann und Bärs Weiterleitung war Dähnes Reaktionsvermögen gefragt. Der Keeper hielt. Es blieb beim 1:1 zur Pause.

Fünftes spiel ohne sieg unter dabrowski

Fünftes spiel ohne sieg unter dabrowski

Trainer Christoph Dabrowski wartet weiter auf seinen ersten Sieg seit seiner Amtsübernahme. Fünf Spiele, kein Dreier. Dabei ist das, was Aue in München zeigte, nicht das Bild einer Mannschaft, die aufgegeben hat. Bär jagte in der 89. Minute nach einem Traumpass von Clausen den Ball aus kurzer Distanz über das Tor – die größte Chance des Abends, vergeben in der letzten Minute. Der Ausgleich wäre verdient gewesen.

Stattdessen feierte 1860 München den vierten Sieg in Serie. Ein Arbeitssieg, wie ihn die Münchner selbst kaum schöner beschreiben würden. Für Aue hingegen bleibt der bittere Nachgeschmack: fünf Punkte Rückstand auf Platz 16, und am Mittwoch könnten es durch Ergebnisse der Konkurrenz sogar noch mehr werden. Zum Vereinsgeburtstag.