Aubameyang tanzt lyon nieder – und lässt tiktok den stade vélodrome erbeben

Pierre-Emerick Aubameyang spielte sich in Marseille in den Status eines Popstars: Doppelpack, 2:1-Sieg gegen Lyon, MVP, 91. Minute – dann legte er nach. Die Hüften schwangen, die Arme schnitten durch die Nachtluft: Tektonik, dieser verrückte Tanz aus den 2010ern, plötzlich wieder da, mitten im Hexenkessel von Marseille.

Der sohn wollte den trend – papa lieferte im derby

„Francesco hat mich angefleht, das zu machen, wenn ich treffe. Er sagt, auf TikTok boomt das wieder“, verriet Aubameyang dem Mikro von Prime Video, noch schwer atmend, Trikot halb ausgezogen. Der 36-Jährige lachte, während um ihn herum Pyro-Böller knallten und 65.000 Fans „Auba, Auba“ skandierten. Ein Vater, der sich zum Clown macht, um seinem Kind eine Freude zu bereiten – und dabei Lyon mit zwei Schritten aus dem Titelrennen wirbelt.

Die Zahlen sprechen für sich: 22 Treffer in 27 Pflichtspielen, davon acht in den letzten fünf Europa-League- und Ligue-1-Partien. Sein erster Treffer war ein typischer Aubameyang-Sprint, 34 km/h Spitze, nach Flanke von Clauss per Volley versenkt. Das 2:1 fiel nach einem Konter, den er selbst initiierte – 60 Meter Sprint, One-Touch-Pass auf Correa, dann per Nachschuss ins leere Tor. Die Tektonik folgte, das Publikum erinnerte sich an seine Spider-Man-Maske und seinen Running-Man mit Mkhitaryan. „Er ist unser Entertainer, aber vor allem unser Killer“, sagte Trainer Gennaro Gattuso.

Die Geste ist kein Spaß, sie ist Geschäft. Aubameyang folgt der Logik der Plattformen, wo zehn Sekunden Clip mehr Reichweite erzeugen als jede Pressekonferenz. Innerhalb von 15 Minuten war der Hashtag #AubaDance in Frankreich auf Platz 1 der TikTok-Trends. Sponsoren wie Adidas und sein eigene NFT-Kollektion kletterten parallel in den Kurven. „Wir spielen heute nicht nur für Punkte, wir spielen für Klicks“, sagte ein Mitarbeiter des Klubs, ohne jeden Zynismus.

Marseille wieder oben – und lyon droht das chaos

Marseille wieder oben – und lyon droht das chaos

Mit dem Sieg springt OM auf Rang zwei, nur zwei Punkte hinter Paris. Lyon hingen rutschen auf Platz elf ab, Trainer Paolo Fonseca muss um seinen Job bangen. Die Stimmung kochte nach dem Spiel erneut hoch: Lyon-Fans warfen Feuerwerkskörper auf den Teambus, die Polizei nahm 23 Hooligans fest. Aubameyang? Der tanzte weiter, diesmal im Kabinengang, Handy in der Hand, Sohn Francesco am Facetime. „Papa, du bist viral!“ rief der Junge. Der Stürmer grinste: „Und wir sind oben, Kleiner. Das ist der wahre Trend.“