Atubolu: held und pechvogel im europa-league-thriller!

Braga – Ein Mann, zwei Welten: Noah Atubolu erlebte im Halbfinal-Hinspiel der Europa League gegen Braga eine Achterbahn der Gefühle. Zuerst parierte der Freiburg-Keeper einen Elfmeter, später ließ er ein entscheidendes Tor zu. Ein Spiel, das die sportliche Ungewissheit bis zur letzten Sekunde hochhielt.

Elfmeter-killer oder unglücksrabe?

Die Partie war kaum angelaufen, da stand Atubolu bereits im Mittelpunkt. Rodrigo Zalazar trat an, zielte – und Atubolu parierte sensationell. Ein Moment höchster Konzentration, der das Freiburg-Team beflügelte und die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis nährte. Doch das Glück währte nicht bis zum Schluss. In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit kam Braga durch einen kapitalen Fehler zurück. Ein Schuss von Vitor Carvalho prallte unglücklich ab, Mario Dorgeles stand goldrichtig und vollendete eiskalt zum 1:2. Ein Nackenschlag für Freiburg, der die Partie völlig veränderte.

„So ein unnötiges Gegentor ist unfassbar“, kommentierte ein sichtlich aufgewühlter Atubolu unmittelbar nach dem Spiel am RTL-Mikrofon. Die bittere Wahrheit ist, dass der 23-Jährige in diesem Moment zum Unglücksraben wurde. Der Ball prallte von seiner Hand ab, und Dorgeles ließ keine weitere Chance ungenutzt. Ein Fehler, der schwer ins Gewicht fiel und die Ausgangslage vor dem Rückspiel deutlich erschwerte.

Kritik und befreiung

Kritik und befreiung

Auch Lothar Matthäus, TV-Experte, räumte ein, dass Atubolu am zweiten Gegentor eine Mitschuld trug. „Er sieht schlecht aus“, urteilte Matthäus, betonte aber auch, dass die späte Wahrnehmung des Balls die Reaktion des Keepers beeinträchtigt haben könnte. Ex-Nationalspieler Max Kruse analysierte: „Atubolu muss den Ball festhalten oder zur Seite wegfausten. Das war ein Mix aus beidem, das hat nicht so gut geklappt.“

Doch Atubolu ist kein Mann, der sich von Rückschlägen unterkriegen lässt. Er hat in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, dass er ein echter Elfmeter-Killer ist. Sechs von sieben Schüssen vom Punkt konnte er in letzter Zeit parieren – ein beeindruckender Wert, der seine Klasse unterstreicht. Und seine Bilanz im eigenen Stadion ist schlichtweg herausragend: In dieser Europa-League-Saison blieb er in sechs Partien im Europa-Park-Stadion ungeschlagen und ließ nur zwei Gegentore zu. Die Freiburg-Fans stehen hinter ihm.

„Es ist nicht vorbei“, erklärte Atubolu kämpferisch. „Im Rückspiel bei uns zu Hause ist alles möglich. Wir glauben an uns, die Fans glauben an uns.“ Und wer weiß, vielleicht wird ausgerechnet Atubolu im Rückspiel zum entscheidenden Faktor und führt Freiburg ins erste Europacup-Endspiel der Vereinsgeschichte.