Atlético madrid: fehlende moral und patzer-serie gefährden champions-league-ambitionen

Madrid – Der Schock der Copa del Rey-Finalniederlage gegen Real Sociedad sitzt tief beim Atlético Madrid. Und nun folgt der nächste Tiefschlag: Die erneute Niederlage gegen Elche verdeutlicht eine alarmierende Entwicklung und gefährdet ernsthaft die Qualifikation für die Champions League.

Die defensive ist löchrig, die offensive kraftlos

Die defensive ist löchrig, die offensive kraftlos

Die Niederlage gegen Elche, trotz früher Führung, war symptomatisch für die aktuelle Lage der Rojiblancos. Während die Finalpleite gegen die Sociedad noch als unglücklich abgetan werden konnte, offenbart die Serie von vier Liga-Niederlagen in Folge eine tieferliegende Problematik. Real Madrid, Barcelona, Sevilla und nun Elche – die Gegner waren zwar namhaft, doch die Art und Weise, wie Atlético unterging, wirft Fragen nach der taktischen Flexibilität und der mentalen Stärke des Teams auf.

Trainer Diego Simeone hatte gehofft, die Spiele gegen Elche und Athletic die Stimmung zu heben und das Selbstvertrauen vor den wichtigen Halbfinalbegegnungen gegen Arsenal in der Champions League zu stärken. Sechs Punkte in der Liga standen auf dem Spiel, doch es war vor allem die moralische Erholung, die im Vordergrund stand. Nun scheint die Mannschaft jedoch in einen Abwärtsstrudel geraten zu sein, aus dem es schwerfällt, auszubrechen.

Die Tabelle lügt nicht: Villarreal und Betis haben sich bedient und Atlético unter Druck gesetzt. Ein Blick nach unten ist nun ebenso wichtig wie der Blick nach oben. Die Gefahr, dass die Qualifikation für die Champions League verpasst wird, wird mit jeder weiteren Niederlage größer. Sollte es zu einem noch größeren Ausrutscher kommen, könnte Atlético sogar Gefahr laufen, die Qualifikation für die Europa League zu verpassen – ein Szenario, das selbst die eingefleischtesten Fans des Vereins beunruhigt.

Die Rotation im Kader, mit nur einem Spieler (Le Normand) aus dem Aufgebot des vergangenen Samstags, offenbarte eine deutliche Kluft zwischen den Stammkräften und der zweiten Garde. Spieler, die ihre Chance bekommen sollten (Baena, Almada), konnten nicht überzeugen. Besonders der Platzverweis des jungen Almada gegen Elche wirkte wie ein Nackschlag, der das Spiel für Atlético nahezu unmöglich machte.

Das kommende Spiel gegen Athletic bietet die letzte Chance, sich vor dem Hinspiel gegen Arsenal mental zu stabilisieren und den Traum von der Finalteilnahme in Budapest am 30. Mai am Leben zu erhalten. Dort würde, bei erfolgreichem Überstehen des Halbfinales, entweder Paris Saint-Germain oder der FC Bayern München warten. Doch angesichts der jüngsten Ereignisse ist die Aufgabe alles andere als einfach. Die letzten acht Spiele in allen Wettbewerben endeten mit sieben Niederlagen – eine erschreckende Bilanz, die Simeone und sein Team zwingt, dringend gegenzusteuern.

Die Aufgabe für Simeone ist klar: Er muss seine Mannschaft wieder auf Kurs bringen, die fehlende Entschlossenheit ersetzen und die Defensive stabilisieren. Die Zeit drängt, denn die Konkurrenz schläft nicht – und Atlético Madrid droht, den Anschluss an die Spitze zu verlieren.