Athletic club gegen villarreal: valverde schickt seine jungs in die lebensgefahr

San Mamés wird am Sonntag zur Arena der letzten Hoffnung. Ernesto Valverde hat die Rechnung aufgemacht: Vier Heimspiele, vier Chancen, alles oder nichts. „Wir spielen um unser Leben“, sagt der Athletic-Coach, und seine Stimme klingt rauer als sonst. Die Königsklasse ist nicht mehr als ein Traum, Europa eine Fata Morgana – doch der Stolz der Löwen ist greifbar nah.

Valverde zählt die tage bis zum finale

Der Kalender lügt nicht. Nach Villarreal kommen Osasuna, Valencia und Celta. Kein Pokal, kein Konzernwettbewerb, nur noch Liga. „Wenn wir jetzt nicht zubeißen, verschenken wir das Jahr“, warnt Valverde. Die 0:1-Pleite in Las Palmas steckt ihm noch in den Knochen: „Ein Tor aus dem Nichts, und dann? Kein Druck, kein Punkt.“ Die Kabine schwieg zehn Minuten lang. Keiner traute sich, die Klorolle anzufassen.

Die Statistik nagt an ihm. 20 Pflichtspiele in Folge kassierte Athletic mindestens einen Gegentreffer – ein Debakel für eine Mannschaft, die einst ihre Festung mit Hand und Fuß verteidigte. Valverde schlägt mit der flachen Hand auf die Tischplatte: „Wir suchen das Gleichgewicht, finden es aber nur in kurzen Phasen.“

Villarreal kommt als monster im konter

Villarreal kommt als monster im konter

Marcelino García Toral reist nicht an, um zu feiern. Seine Gelb-Blauen haben die Champions-League-Tü schon halb aufgestoßen. „Sie kontern wie verrückt, einer der besten Umschaltteams Europas“, schwärmt selbst Valverde. Die Zahlen sprechen: 19 Sprints über 30 km/h im letzten Spiel, vier davon endeten im Tor. Athletic muss hochstehen, darf aber nicht offenstehen. „Ein Tanz auf dem Seil“, sagt Innenverteidiger Vivian, der seine dritte Startelf-Nacheinander feiert.

Die Personalie rechts hinten bleibt offen. De Marcos? Lekue? Oar-Agirreza? Valverde grinst nicht: „Ich tausche nur, wenn ich etwas finde – nicht, wenn ich verzweifele.“

Nico williams lockt, doch wer nutzt die räume?

Nico williams lockt, doch wer nutzt die räume?

Der Plan ist klar: Nico zieht drei Gegner auf sich, dann muss der zweite Löwe einschwenken. „Wenn sie ihn doppeln, gibt’s woanders ein 3-gegen-2“, erklärt Valverde. Die Frage ist nur: Wer tritt in die Lücke? Berenguer? Guruzeta? Oder doch der lange Sancet, der gegen Las Palmas sein erstes Mal in 90 Minuten ohne Ballgewinn blieb?

Prados fehlt wohl. Die Sprunggelenk-Reizung bremst das Rookie-Talent. „Kleiner Rückschlag, großer Frust“, sagt der Medizinchef. Valverde aber will nicht jammern: „Wir sind 25, nicht 11.“

Die Uhr tickt. 48 000 Scheckkarten sind verkauft, das Heimrecht soll die 12. Mannschaft werden. „Wenn San Mamés braust, verlieren auch die Großen den Kopf“, glaubt Kapitän I. Martínez. Doch Brausen allein reicht nicht. Athletic braucht Punkte, sonst wird die Saison zur Geduldsprobe. Valverde blickt in die Kameras: „Sonntag, 14:00 Uhr – da beginnt unser Finale.“