Athletic bilbao spaltet die nation: neue trikots lösen politische krise aus

Ein harmloses Trikotdesign hat für heftige Kontroversen in Spanien gesorgt: Athletic Bilbao präsentiert seine neue Ausrüstung für die Saison 2026/27 – und damit ein politisches Minenfeld. Der Grund: Eine Karte, die mehr als nur die Vereinszugehörigkeit widerspiegelt.

Die karte, die einen sturm entfacht

Die karte, die einen sturm entfacht

Auf der Rückseite des neuen Trikots prangt das sogenannte „Euskal Herria“, eine inoffizielle Darstellung der Region, die neben den baskischen Provinzen Álava, Bizkaia und Gipuzkoa auch die spanische Provinz Navarra und die französischen Departements Nieder-Nafarroa, Lapurdi und Zubero umfasst. Eine Darstellung, die in Pamplona keineswegs auf Zustimmung stößt.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Vertreter des Partido Popular (PP) und von Vox übten scharfe Kritik. „In Navarra sind wir Anhänger von Osasuna! Navarra gehört nicht zu Euskadi, und Euskal Herria existiert nicht!“, wetterte ein PP-Vertreter in den sozialen Medien. Vox ging sogar noch weiter und vermutete eine Verbindung des Vereins zum Terrorismus. „Es ist inakzeptabel, dass Fußball für die Zurschaustellung von Symbolen missbraucht wird, die die Identität Navarras herabwürdigen“, so der PP-Vorsitzende in Navarra.

Die Debatte ist keineswegs neu. Die Frage, welche Gebiete zum „Euskal Herria“ gehören, ist seit Jahrzehnten ein Streitpunkt. Während Basken und Nationalisten die Karte als Ausdruck ihrer kulturellen Identität betrachten, sehen viele in Navarra und Frankreich eine Provokation. Athletic Bilbao, traditionell stark in der baskischen Identität verwurzelt, gerät nun ins Kreuzfeuer.

Die Entscheidung, die Karte auf das Trikot zu drucken, wirkt angesichts der sensiblen politischen Lage unklug. Es ist ein Lehrstück darüber, wie Sport schnell zum Schlachtfeld politischer Auseinandersetzungen werden kann. Die Fans des Vereins sind gespalten, die politischen Schlagworte fliegen, und die Lösung des Konflikts scheint in weiter Ferne. Die Leidenschaft für den Fußball wird hier von einer tiefgreifenden regionalen Identität überlagert.