Atalanta-inter: lazaro, scalvini & co. vor spektakulärer rückkehr
Zingonia – Es roch nach Schock, jetzt riecht es nach Revanche. Nach der 1:6-Demütigung gegen Bayern München will die Atalanta nur 48 Stunden später im eigenen Trainingszentrum die nächste Großmacht anspringen: den Tabellenführer Inter. Und dabei könnte sich Raffaele Palladino auf eine Rückkehr-Armee verlassen, die die Nerazzurri-Abwehr ins Schleudern bringen darf.
Scalvini und ederson: zweierpack nach schonphase
Der erste Name, der in den Kopf der Tifosi schießt: Giorgio Scalvini. Der Innenverteidiger hatte sich in der Coppa Italia gegen Lazio eine heftige Kontusion zugezogen, musste gegen Udinese und Bayern passen. Heute Nachmittag absolviert er das volle Programm – und wird, so die medizinische Abteilung, am Samstag um 15 Uhr im Giuseppe-Meazza wieder in der Startelf stehen. Sein Comeback könnte die Dreierkette wieder zur kompakten Mauer formen.
Daneben kehrt Ederson zurück in den Kader. Der Brasilianer fehlt seit dem 17. Februar in Dortmund, als sich seine Oberschenkelmuskulatur verkrampfte. Drei Wochen später darf er wieder auflaufen – wenn auch zunächst wohl nur für die Bank. Sein Einsatz gegen Inter wäre ein Statement: Die Atalanta will den Meister zeigen, dass sie nicht nur physisch, sondern auch mental bereit ist.

Raspadori und de ketelaere: operation meniskus – ein tag früher
Die größte Überraschung aber kocht in der Offensive. Charles de Ketelaere wurde am Innenmeniskus des rechten Knies operiert, eigentlich stand ein Comeback frühestens nach der Länderspielpause im April. Doch die Reha verläuft „über jeden Optimismus“, wie ein Klub-Arzt verlauten ließ. Der Belgier absolvierte gestern erstmals wieder Sprinteinheiten – und könnte schon gegen Inter auf der Ersatzbank sitzen. Ein Risiko, doch Palladino spielt in dieser Saison ohne Netz.
Giacomo Raspadori ist noch ein Tick näher dran. Der Italiener zog sich am 14. Februar gegen Lazio einen leichten Muskelbündelfaserriss zu. Sein Comeback war für die Woche nach der Länderspielpause terminiert. Doch Raspadori hat die Vorgaben der Physios um zwei Tage unterschritten. Er trainiert seit gestern mit Ball, heute steht ein 45-minütiges Spiel auf engem Raum an. Wenn er die Intensität übersteht, reist er mit nach Mailand – und könnte in der Schlussphase für den entscheidenden Durchbruch sorgen.

Die rechnung: vier rückkehrer, ein psychowechsel
Die Zahlen sind eindeutig: Seit dem 1:6 gegen Bayern kassierte die Atalanta in 13 Pflichtspielen nur noch neun Gegentore. Mit Scalvini kehrt der Abwehrchef zurück, mit Ederson der Ballgewinner, mit De Ketelaere und Raspadori die Kreativität. Doch der wahre Gewinn liegt im Kopf. „Wir haben gelernt, dass eine Niederlage keine Krise ist“, sagte Sportdirektor Luca Percassi gestern Abend vor Journalisten. „Sie ist ein Katalysator.“
Am Samstag wird sich zeigen, ob der Katalysator seine Wirkung entfaltet. Inter kommt mit nur einer Niederlage aus den letzten 17 Spielen. Doch die Atalanta hat vier Rückkehrer im Gepäck – und eine Rechnung offen. Die Uhr tickt, der Countdown läuft. Um 15 Uhr im Meazza wird klar sein: Wer ist bereit für die nächste Großmacht, wer bleibt auf der Strecke. Die Antwort liefert nicht der Papierkrieg, sondern der Rasen.
