Atalanta: palladino stemmt die wiedergenesung – drei rückkehrer im anflug
Ein Tag nach der Bayern-Pleite lacht in Zingonia schon wieder das runde Leder. Raffaele Palladino durfte gestern erstmals wieder Ederson auf dem Rasen begrüßen – und plötzlich rückt die Rückkehr des brasilianischen Metronoms gegen Inter in greifbare Nähe.
Ederson absolvierte teile der mannschaftseinheit – entscheidung fällt heute
Seit dem 22. Februar fehlt der 24-Jährige wegen einer hartnäckigen Muskelstruktur. Gestern wechselte er nach 30 Minuten Einzelarbeit ins Gruppenprogramm, sprintete, passte, ließ den Ball flach springen. Die medizinische Abteilung will heute belastende Wettkampfsituationen simulieren, bevor das Flugzeug nach Mailand startet. „Wenn er morgen ohne Reiz reagiert, ist er dabei“, sagte ein Klubinsider. Ein Einsatz von der Bank wäre wahrscheinlich, ein Startelf-Comeback eher unwahrscheinlich.
Die Zahlen sprechen für sich: In 17 Serie-A-Partien mit Ederson von Beginn an kassierte Atalanta nur 0,76 Gegentore pro Spiel, ohne ihn 1,4. Seine Balleroberungen im Mittelfeld sanken von 7,8 auf 5,3 – ein statistisches Vakuum, das Palladino dringend schließen will.

De ketelaere und raspadori hinter dem vorhang – mini-chance auf bankplatz
Charles De Ketelaere schwang 40 Minuten die Hüfte, Giacomo Raspadori trabte acht-mal die Kurve hoch. Beide absolvierten individuelles Konditionsprogramm, bevor sie sich ins Leichtathletikfeld verabschiedeten. Der Belgier laboriert an einem Innenmeniskus, der Italiener an einem Grad-1-Flexoren-Biss. Intern heißt es: „50:50 für die Reise, null Risiko.“ Sollten sie mitfliegen, bliebe wohl nur der Platz neben Palladino. Tore aus dem zweiten Glied braucht Atalanta aber dringend: Nur vier Treffer in den letzten fünf Pflichtspielen, kein einziger aus dem Mittelsturm.

Scalvini liefert die konstante – verteidigung bekommt stammgestalt zurück
Giorgio Scalvini dagegen ist schon durch den grünen Stempel. Die starke Kontusion des linken Knies nach der Lazio-Schlappe verlor im MRT an Größe, gestern trainierte der 20-Jährige komplett mit der Mannschaft. Seine 1,94 m bieten Palladino die Möglichkeit, wieder mit Dreierkette zu arbeiten und Djimsiti sowie Ahanor nach Belieben zu rotieren. Die interne Rangliste zeigt: Scalvini liegt vor Hien und Kolasinac, die gegen den FC Bayern die Startelf komplettierten, aber defensiv offen wirkten.
Die letzte Auswärtsniederlage gegen Inter datiert auf März 2014. Seither sieben Gastspiele, null Siege, vier Pleiten. Die Statistik nagelt Atalanta an der Wand – aber mit Ederson im Kader und Scalvini in der Viererkette wächst das Selbstvertrauen, dass endlich die Reißnadel springt.
Am Horizont blinkt schon das Halbfinale der Coppa Italia gegen Lazio am 22. April. Wer heute in Mailand übersteht, darf in drei Wochen zu Hause auftrumpfen. Dann wäre nicht nur ein Pokalfinale drin, sondern auch die Aussicht, endlich wieder mit vollem Kader in die heiße Phase der Saison zu starten.
