Atalan brennt: wac-absturz droht, altach will den sack zubinden
Ismail Atalan tritt am Samstag beim Heimspiel gegen Altach an die Seitenlinie wie ein Mann, der weiß, dass eine weitere Niederlage seine letzte sein könnte. Der WAC-Coach spricht von „viel Zuspruch in der Kabine“, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: zwei Punkte aus sechs Rückrunden-Partien, Pokal-Aus gegen LASK, nur ein Sieg seit seiner Amtsübernahme Mitte November.
Altach reist als favorit ins lavanttal
Während die Kärntner verzweifeln, zementiert der SCR Altach seit Jahresbeginn Platz eins der Qualifikationsgruppe. Elf Punkte aus sechs Spielen, Finaleinzug im Cup – die Vorarlberger kommen als klarer Favorit nach Wolfsberg. „Wir wollen die Serie ausbauen und die Klasse so früh wie möglich sichern“, sagt Trainer Ognjen Zaric, der seine Spieler warnt, „abzuheben“. Die Saisonbilanz liest sich für Altach wie ein Warnschuss: beide Duelle gegen den WAC bereits gewonnen (2:0, 3:1).
Für Atalan ist die Rechnung einfach: entweder Dreier oder Rücktritt. Die Clubführung schweigt, doch hinter den Kulissen sickert durch, dass die Länderspielpause als ultimative Deadline gilt. Ein weiterer Rückschlag und der Deutsche dürfte die nächsten Trainingseinheiten nicht mehr leiten.

Ried peilt linz-heil an, bw sucht das wunder
Nur 180 Kilometer nordwestlich warten zwei Vereine auf Wiedergutmachung. Die SV Ried reist nach dem bitteren Cup-K.o. beim Schlusslicht Blau-Weiß Linz – und muss genau dort drei Tage später antreten. Coach Maximilian Senft rotiert: Michael Sollbauer fehlt gelbgesperrt, die 120 Minuten vom Mittwoch schlagen sich in den Beiten nieder. „Ein Derby mobilisiert automatisch die letzten Reserven“, sagt Senft, doch die Frage lautet: reichen die, um die 0:6-Saisonbilanz gegen Linz zu revidieren?
Bei Blau-Weiß zählt nur Sieg. Sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer, dritte Heimniederlage in Serie und ein Kellerduell vor vollem Haus – Michael Köllner spricht offen vom „Zweikampfspiel, viel Fighten um den zweiten Ball“. Mit Goiginger, Bakatukanda und Conde kehren drei Leistungsträger zurück. Die Rechnung: entweder Dreier oder Abschied vom Klassenhalten.

Grazer ak will innsbruck-rekord und tabellenkletterei
In der Tiroler Landeshauptstadt steht das erste Duell der Rückrunde auf Revanche. Die WSG Tirol empfängt den GAK, der vor zwei Wochen daheim mit 2:0 gewann und nun den ersten Auswärtssieg seit November anpeilt. „Wir starten bei Null“, sagt WSG-Coach Philipp Semlic – trotz Heimvorteil und der Rückkehr von Matthäus Taferner. Für Grazer Trainer Ferdinand Feldhofer winkt mit einem Sieg sogar der Sprung auf Rang vier. Tobias Koch und Jacob Italiano stehen wieder zur Verfügung, der Lazarett-Betten abbauen ist Programm.
Die Qualifikationsgruppe zeigt ihr wahres Gesicht: wer jetzt stolpert, rutscht ab. Wer jetzt zulegt, träumt vom internationalen Frühling. Der 24. Spieltag ist kein Schaulaufen mehr – er ist pure Existenz.
