Arthur erfindet sich beim gremio neu – und träumt vom dfb-team

Er lacht wieder. Arthur Melo, 29, lacht so, wie man ihn in Turin selten gesehen hat. Die Juve-Leihgabe dominiert beim Gremio das Mittelfeld, schießt Tore, schlägt 95 % der Päße erfolgreich – und schickt eine Kampfansage an Carlo Ancelotti. „Ich will zur WM 2026, ich will den Trainer überzeugen.“

Warum spalletti auf ihn setzen sollte

Der Brasilianer liefert Argumente auf dem Platz. Seit Jahresbeginn steht er elfmal auf dem Rasen, traf einmal und leitete den Gaucho-Sieg gegen den Stadtrivalen Internacional ein. Die Statistik: 134 erfolgreiche Vorstöße ins letzte Drittel, nur ein leiser Muskelriss in der Finalpause stoppte ihn kurz. „Ich spüre, dass ich wieder der alte bin – nur besser geworden.“

Sein Vorbild heißt Stanislav Lobotka. „Pizarro und Lobotka haben unter Luciano Spalletti ihre beste Phase erlebt. Ich verstehe dieses Spiel mit Ballbesitz und räumlicher Kontrolle. Warum sollte das nicht auch für mich gelten?“, sagt er und schickt einen Seitenhieb Richtung Turin: „In der Serie A habe ich gelernt, aber nie die richtige Rolle bekommen.“

Die wahrheit über die juve-jahre

Die wahrheit über die juve-jahre

Arthur spricht offen über die drei umstrittenen Jahre in Schwarz-Weiß. „Ich kam in eine Umbruchphase, mit drei Trainern in drei Saisons. Das System passte nicht zu meinem Rhythmus, und ich passte nicht ins System.“ Trotzdem: „Ich bereue nichts. Italien hat mir eine neue Mentalität gegeben, ich bin härter geworden.“

Die Rückkehr nach Porto Alegre war kein Rückzug, sondern ein Reset. „Die Familie nah, die Sprache, das Nahkampf-Publikum – das ist meine DNA. Wenn du glücklich bist, spielt dein Kopf mit, und dann spielt auch dein Fuß mit.“

Neymar und der blick nach europa

Neymar und der blick nach europa

Über den Kollegen Neymar, der ebenfalls auf Leihbasis beim FC Santos kickt, lacht er schon wieder. „Wenn er fragt, sage ich: Pack die Koffer und flieg nach Turin. Die Serie A ist wie ein Kurs in Taktik-Meisterschaft, und die Juve-Tifosi würden ihn wie einen König empfangen.“

Arthur selbst will zurück – aber nur, wenn er mitspielen darf. Sein Vertrag läuft 2025 aus, ein Sommer-Transfer wäre möglich. „Mein Herz schlägt für Gremio, mein Kopf weiß, dass Europa noch eine Rechnung offen hat.“

Wm-ticket statt bankplatz

Wm-ticket statt bankplatz

Die brasilianische Konkurrenz ist brutal: André, Bruno Guimarães, Douglas Luiz. Doch Arthur setzt auf Nachhaltigkeit. „Ich spiele jeden Drei-Tages-Rhythmus, bin fitter als je. Wenn Ancelotti anruft, bin ich startklar.“

Die Zahlen sprechen für ihn, die Leidenschaft sowieso. Und wenn er wieder in Turin einläuft? „Dann nicht als Ersatzmann, sondern als Lösung.“ Der Countdown läuft – für Arthur, für Gremio, für eine WM, die er sich selbst auf den Leinpfaden Südbrasiliens erarbeitet.