Arroyo verpasst rekordversuch: zúñigas uralt-marke bleibt unerreicht

Guadalajara – Ein Schock für die spanische Leichtathletik: Rocío Arroyo, gehypte Hoffnungsträgerin auf der 800 Meter-Distanz, musste ihr geplantes Angriffsszenario auf den seit 1988 ungeschlagenen Rekord von Mayte Zúñiga kurz vor dem Start absagen. Ein gesundheitliches Problem bereitete ihr zu schaffen, während Andrea Rodríguez Castillo sich die Chance nicht nehmen ließ und mit 2:02.20 einen souveränen Sieg feierte.

Ein vermächtnis von fast 38 jahren

Ein vermächtnis von fast 38 jahren

Mayte Zúñigas 1:57.45 aus Sevilla, datiert vom 1. Juni 1988, ist nicht nur ein nationaler Rekord, sondern ein Denkmal im spanischen Leichtathletiksport. 38 Jahre! Eine Ewigkeit in einer Disziplin, die sich ständig weiterentwickelt. Arroyo, mit ihrer persönlichen Bestzeit von 1:59.17, galt als die wahrscheinlichste Kandidatin, diese Ära der Dominanz zu beenden. Ihre jüngsten Erfolge – der nationale Titel im Freien und in der Halle sowie der Vize-Europameistertitel U23 – untermauerten ihren Anspruch.

Doch der Sport ist unberechenbar. Gerade nach ihrer beeindruckenden Vorstellung vor sechs Tagen, bei der sie über 400 Meter eine neue persönliche Bestzeit von 51.71 Sekunden erreichte, schien Arroyo auf dem Höhepunkt ihrer Form zu sein. Der Plan war klar: Angreifen, Rekord brechen, Geschichte schreiben. Stattdessen blieb sie am Start unbeteiligt zurück.

Andrea Rodríguez Castillo nutzte die veränderte Situation geschickt. Mit einer Zeit von 2:02.20 sicherte sie sich den Sieg vor Berta Segura (2:02.36) und Naiara García (2:02.44), beide ebenfalls mit persönlichen Bestzeiten. Ein starkes Signal des spanischen Mitteldistanclaufs, das zeigt, dass auch ohne Arroyo die Konkurrenzfähigkeit weiterhin gegeben ist.

Die Frage, die nun im Raum steht: Kann jemand Zúñigas monumentale Marke wirklich brechen? Arroyo wird sich erholen und zurückkehren müssen, doch die Zeit drängt. Die Uralt-Marke von Sevilla scheint noch lange nicht in Gefahr zu sein.