Arnautovic: vom „bad boy“ zum wm-helden – eine karriere voller höhen und tiefen

Marko Arnautovic, der gebürtige Wiener, hat sich in die Herzen der österreichischen Fußballfans gespielt – und das trotz einer Karriere, die von Kontroversen und außergewöhnlichen Geschichten geprägt ist. Mit 37 Jahren steht er nun bei seiner ersten Weltmeisterschaft und will diesen Moment genießen, wie er selbst betont.

Ein leben zwischen österreich und serbien

Die Wurzeln des Stürmers sind vielfältig: Sein Vater stammt aus Serbien, seine Mutter ist Österreicherin. Diese duale Herkunft spiegelt sich auch in seiner Karriere wider, die ihn von den Niederlanden über England, Deutschland, China bis nach Italien geführt hat. Arnautovic ist mehr als nur ein Fußballspieler; er ist ein Phänomen, dessen Weg von Triumphen und Fehltritten gezeichnet ist.

Von mourinho belächelt, von eto

Von mourinho belächelt, von eto'o beschenkt

Seine Zeit beim Inter Mailand unter José Mourinho bleibt unvergessen. Obwohl er aufgrund einer Verletzung nur drei Partien bestreiten konnte, erlebte er den Triumph im Champions-League-Finale 2010. Ein Moment, der ihn fast den Verstand raubte, wie er später selbst schilderte, als er im Getümmel nach dem Schlusspfiff seine Akkreditierung verlor. Die Anekdoten um Arnautovic sind legendär: Samuel Eto'o schenkte ihm einst einen Bentley, der ihm kurze Zeit später gestohlen wurde – ein Vorfall, der den Stürmer umtrieb, bis das Fahrzeug monate später wieder auftauchte.

Die bürde des „bad boy“-images

Die bürde des „bad boy“-images

Arnautovic trug lange das Etikett des „Bad Boys“ mit sich herum. Er fühlte sich für viele Missstände im österreichischen Fußball verantwortlich, für die lange Durststrecke der Nation bei Weltmeisterschaften. „Wenn ich zwei Tore schieße, fragen sie, warum ich nicht drei gemacht habe“, klagte er. Doch die Zeiten ändern sich. Der Respekt für den erfahrenen Stürmer wächst immer mehr.

Ein versprechen an mihajlovic

Sein Wechsel zum serbischen Traditionsverein Roter Stern Belgrad ist kein Zufall. Es ist die Erfüllung eines Versprechens an seinen ehemaligen Trainer Sinisa Mihajlovic, der im Dezember 2022 an Leukämie verstarb. Arnautovic sprach bei seinem Wechsel zwischen Tränen und erklärte, dass er diesen Schritt ausschließlich aufgrund dieses Versprechens geht. Ein bewegender Moment, der die menschliche Seite des oft kritisierten Fußballers zeigt.

Mit zwei Toren bei dieser Weltmeisterschaft hat sich Marko Arnautovic als eine ernstzunehmende Gefahr für Spanien herauskristallisiert. Doch was zählt wirklich: die Tore oder die Geschichte hinter dem Spieler? Für Arnautovic ist es die Geschichte, das Erfüllen eines Versprechens, die Dankbarkeit für eine zweite Chance. Die Welt wird sehen, ob er Österreich nun zum Erfolg führen kann – und ob er dabei endlich das Stigma des „Bad Boy“ abschütteln wird.