Aragonisches duell um das überleben: huesca gegen zaragoza im dramatischen finale!
Ein frostiger Wind weht über El Alcoraz – und er kündigt ein Duell an, das über die Zukunft zweier Traditionsvereine entscheiden könnte. Am Sonntag empfängt der SD Huesca den Real Zaragoza zum wahrscheinlich dramatischsten aragonischen Derbi der Vereinsgeschichte. Sechs Spieltage bleiben, und für beide Teams steht die Frage im Raum: Leben oder Abstieg?

Die tabelle lügt nicht: ein kampf auf messers schneide
Die Situation ist klar: Huesca liegt mit fünf Punkten hinter dem rettenden Ufer, Zaragoza mit drei. Ein Sieg ist Gold wert, eine Niederlage könnte das endgültige Urteil bedeuten. Ein Unentschieden ist keine Option, zumindest nicht ohne Blick auf das Spiel von Cádiz gegen Las Palmas am Montag. Beide Teams haben in dieser Saison katastrophal abgeschnitten, doch die Uhr tickt unaufhaltsam.
Was niemand so recht sehen will: Die Misere des Huesca ist kein plötzliches Phänomen. Seit vier Jahren lastet eine verfehlte sportliche Führung der Eigentümer auf dem Verein, die ihn immer wieder in den Abstiegskampf zwang. Nur im Vorjahr war die Aufstiegskampagne noch verheißungsvoll. Der Real Zaragoza hingegen hat ebenfalls eine schwere Zeit hinter sich. 13 Saisons in der zweiten Liga sind eine Demütigung für einen Verein mit seiner Historie.
Die Trainerkarussells haben sich in beiden Vereinen unaufhörlich gedreht. Huesca sucht mit José Luis Oltra bereits den dritten Coach dieser Saison (vorher Sergi Guilló und Jon Pérez Bolo), während Zaragoza bereits vier Trainer durchlaufen hat: Gabi, Emilio Larraz, Rubén Sellés und David Navarro. Und keiner der aktuellen Trainer scheint die Wende herbeizuführen: Oltra konnte in seinen letzten sechs Spielen keinen einzigen Sieg einfahren, während Navarro lediglich zwei Punkte aus den letzten vier Partien verbuchen konnte.
Die Erinnerungen an das jüngste Aufeinandertreffen im Ibercaja Estadio sind noch frisch: Zaragoza setzte sich mit 1:0 durch. Ein bitteres Kapitel für Huesca, das nun im eigenen Stadion Wiedergutmachung sucht.
Die Chancen für ein Wunder, für ein gemeinsames Verlassen des Abstiegskampfes, scheinen gering. Einer der beiden Vereine könnte zwar noch die rettende Linie erreichen, doch die Gefahr eines Abstiegs in die Drittklassigkeit ist real – eine Katastrophe für die Städte und die gesamte Region Aragón. Der Huesca blickt auf elf Jahre zwischen erster und zweiter Liga zurück, während der Real Zaragoza 13 Saisons in der zweiten Liga verbringen muss – das letzte Mal spielte man 1949 in einer tieferen Spielklasse.
Die Eigentümer des Real Zaragoza scheinen mehr an der Errichtung der neuen Romareda interessiert zu sein als am sportlichen Erfolg des Teams. Jorge Mas, der Präsident, steht im Kreuzfeuer der Fans, die seinen Rücktritt fordern. Ein Abstieg würde die Lage weiter verschärfen und den Druck auf die Verantwortlichen enorm erhöhen.
Huesca hingegen kann auf die Unterstützung seiner treuen Anhänger zählen. Ein Heimsieg würde nicht nur die Chancen auf den Klassenerhalt erhöhen, sondern auch den direkten Vergleich mit Zaragoza zugunsten der Oscenses drehen. Doch die Zeit drängt: Beide Teams sind angeschlagen, geprägt von Enttäuschungen und mit einem limitierten Kader. Dieser Derbi ist der letzte Strohhalm, an dem sie sich festhalten können.
