Antonelli zerstört die altersregel: mit 19 schon weltmeister-tempo

Kimi Antonelli jagt mit 19 Jahren die WM-Krone – und lässt selbst René Arnoux erschüttern. Der Ex-Ferrari-Pilot debütierte 1978 mit 30, Antonelli fährt schon jetzt Podestzeiten. „Er vernichtet die Uhrwerke, die wir damals für unzerbrechlich hielten“, sagt Arnoux.

Hamilton-vergleich statt martini-nullrunde

Arnoux’ erster Grand Prix endete ohne Punkt, Antonelli holte in Australien Silber, nachdem er sich in der dritten Trainingssession fast in die Mauer gelegt hatte. Der Franzose erinnert sich: „Ich fuhr eine Ligier, die kaum Traktion fand. Kimi fährt einen Silberpfeil, der sich ihm anpasst wie ein Handschuh.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff schlug den italienischen Shootingstar aus dem Formel-2-Pool – und setzte ihn direkt neben George Russell. Dort zeigte Antonelli, was Arnoux als „Senna-DNA“ bezeichnet: Regen, neues Chassis, Druck – alles egal.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Antonelli ist jüngster Tabellenführer der Königsklasse, jüngster Sprint-Race-Sieger in Silverstone, jüngster Regenkönig seit Ayrton Sennas glorreichen Donnerstagen in Donington 1993. Arnoux: „Ich gewann 1989 in der Ligier bei sintflutartigem Wasser einen unglaublichen fünften Platz – aber das war ein Einmalstück. Kimi wiederholt das jede Woche.“

Lauda und prost als lehrmeister

Lauda und prost als lehrmeister

Der 19-Jährige muss nun lernen, was Niki Lauda und Alain Prost perfekt beherrschten: Konstanz. „Ein Jahr hat 24 Rennen, und nur die Nullen schmerzen am Ende“, sagt Arnoux. Antonelli lieferte bisher Antworten: Kollision in Shanghai? Sieg in der Sprint-Rennen-Wiederholung. Schlechter Start in Japan? Aufholjagd mit schnellstem Renn-Top-Speed. „Er frisst Widrigkeiten zum Frühstück“, schwärmt Arnoux.

Die Frage ist nicht mehr, ob Antonelli Weltmeister wird, sondern wie früh. Arnoux lacht: „Wenn ich heute 19 wäre, würde ich mir ein Kart kaufen und Bücher über Steuern lesen. Kimi kauft sich einen Sessel in der F1-Historie.“

Mercedes investierte früh, die Konkurrenz schaut neidisch. Ferrari-Fans spalten sich: Antonelli oder Leclerc? Die Antwort liefert die Stoppuhr – und die steht still für niemanden. Arnoux: „Ich habe 30 Jahre gebraucht, um mein erstes Podest zu sehen. Kimi brauchte drei Rennen. Zeit ist relativ, wenn Talent absolut ist.“