Anna-lena forster jagt silber – 2,82 sekunden bis zur revanche

Cortina d’Ampezzo – 2,82 Sekunden. So viel trennen Anna-Lena Forster von ihrer nächsten Paralympic-Medaille – und von der Spanierin Audrey Pascual Seco, die sich nach dem Super-G der sitzenden Klasse vorne aufgebaut hat. Die Fahnenträgerin aus Radolfzell liegt nach dem ersten Durchgang der Super-Kombination auf Rang zwei, hinter der 21-jährigen Ibererin, aber vor der Chinesin Sitong Liu, die 1,59 Sekunden Rückstand hat.

Der Slalom beginnt um 13 Uhr – Forsters Paradedisziplin. In Peking gewann sie dort Gold. Heute könnte es Silber werden, wenn sie die Lücke nicht mehr zufahren muss. „Das ist schon viel, vor allem auf Audrey“, sagt sie selbstbewusst, „aber man darf sich keinen Fehler erlauben – und sie auch nicht.“

Nerven wie drahtseile – nach dem super-g-debakel

Nerven wie drahtseile – nach dem super-g-debakel

Die 30-Jährige musste sich erst einmal aufrappeln. Nach dem souveränen Sieg in der Abfahrt war sie im Super-G spektakulär ausgeschieden – ein Fehler, der sie noch heute verfolgt. „Ich hab gemerkt, dass ich ein dünnes Nervenkleid hatte“, gibt sie offen zu. Doch statt zu verzagen, hat sie sich neu justiert. Der Super-G-Lauf heute Morgen war der Beweis: sauber, entschlossen, mit Silber belohnt.

In der stehenden Klasse sieht es für das deutsche Team bescheidener aus. Andrea Rothfuss startet als Achte mit 7,39 Sekunden Rückstand auf Schwedens Weltmeisterin Ebba Arsjö in den Slalom. Anna-Maria Rieder folgt auf Platz zwölf. Die russische Super-G-Goldmedaillistin Warwara Worontschichina schied bereits aus – ein Ausrutscher, der Forsters Silberchance zusätzlich befeuert.

Die Zahl der Tage bis zur Entscheidung: null. Die Zahl der Sekunden, die Forster noch braucht: 2,82. Das Stadium in Cortina ist bereit, die Monoski gewachst, die Nerven strapaziert. Um 13 Uhr geht’s los – und dann zählt nur noch: Fehler vermeiden, Kante finden, Silber einfahren.