Angerer fordert wechsel im tor: hitze und unwetter als wm-faktor
Die Diskussion um die Torwartfrage im deutschen Nationalteam brodelt – und ehemalige Weltmeisterin Nadine Angerer schürt sie mit einer überraschenden Forderung. Während Bundestrainer Julian Nagelsmann weiterhin auf Manuel Neuer setzt, plädiert Angerer angesichts der extremen Bedingungen in den USA für eine Rotation und schlägt Oliver Baumann als Alternative vor.
Die hitze als unterschätzte gefahr
Angerer, die selbst in der US-Liga Portland spielte, warnt eindrücklich vor den Auswirkungen der Hitze. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie brutal es im Sommer in den USA werden kann. Unsere Körper sind nicht darauf ausgelegt“, so die 47-Jährige in ihrer t-online-Kolumne. Die hohen Temperaturen erschweren nicht nur die Regeneration, sondern können auch die Leistungsfähigkeit der Spieler erheblich beeinträchtigen. Die Erinnerung an frühere Spiele in Florida, bei denen sie nach der Ankunft bereits erschöpft war, lässt sie schaudern: „Man fragt sich, wofür man jahrelang trainiert hat.“
Besonders bedenklich findet Angerer die potenziellen Auswirkungen auf Neuer, der bereits mit einer Wade-Verletzung zu kämpfen hat. „Wenn ich Manuel Neuer in diesem Zustand sehe, bin ich gespannt, ob das gutgeht.“

Mehr als nur hitze: unwetter und logistische herausforderungen
Doch die Hitze ist nicht die einzige Herausforderung, vor der das deutsche Team steht. Lange Spielverzögerungen aufgrund von drohendem Unwetter können die Spieler zusätzlich belasten. Angerer erinnert sich an ein Spiel in Houston, das 90 Minuten lang unterbrochen werden musste. „Da haben die Spielerinnen irgendwann wieder Hunger bekommen.“ Um solche Situationen zu meistern, fordert sie von den Trainern, sich im Vorfeld auf alle Eventualitäten vorzubereiten: „Gibt es genug Essen im Falle einer längeren Pause? Wie wärmen wir uns dann wieder auf? Was machen wir mit den Spielern in der Wartezeit?“
Die ehemalige Torhüterin ist überzeugt: „Wer seine Hausaufgaben zum Umgang mit Hitze und Gewittern am besten gemacht hat, wird einen klaren Vorteil im Kampf um den WM-Titel haben.“ Die Vorbereitung auf die extremen Bedingungen könnte also entscheidender sein, als viele denken – und die Entscheidung für Baumann könnte nicht nur eine taktische, sondern auch eine physiologische Notwendigkeit sein.
