Andreas obst bleibt: bayern sichert sich den dreier-könig trotz million-angebot aus dubai
Andreas Obst unterschreibt bis 2029 beim FC Bayern Basketball – und schlägt ein Angebot aus Dubai aus, das ihm fast fünf Millionen Euro versprach. Die Entscheidung fiel binnen 48 Stunden. „Was fehlt mir hier eigentlich? Gar nichts“, sagt der 29-Jährische. Die Fans feiern, die Liga atmet auf.
Ein herz, kein konto
Die Gerüchte schwappten durchs Netz: EuroLeague-Rivalen, NBA-Scouts, ein Scheich mit Scheckbuch. Doch Obst blieb cool, schmiss das Handy auf den Tisch und ging trainieren. Am Montagmittag dann die Meldung: Verlängert. Herbert Hainer spricht von „Gesicht der Bayern-Familie“, Sport-Geschäftsführer Marko Pesic von „Identifikation statt Geldrausch“. Es ist die erste Bombe nach der Winterpause, die kein Transfer wird.
Die Zahlen sprechen für sich: 15,5 Punkte im Schnitt in der EuroLeague, 40,8 % Dreierquote, beste Saison seiner Karriere. Doch hinter den Prozenten steckt ein Körper voller Prellungen. Knie gepflegt, Handgelenk tapetiert, Rücken mit Eis. „Wenn du jeden Morgen um halb sieben in der Audi-Dome-Arena sitzt und die Jungs reinplaudern hören, willst du nicht woanders hin“, sagt er nach dem Training, Schweißperlen auf der Stirn, Stimme heiser vom Kommando.
Die Verhandlungen liefen still. Keine Medienberichte, keine Berater-Statements, bis auf ein dementierte Dubai-Leak. Intern wurde bereits vor Weihnachten ein Grundgerüst vereinbart, dann legte Bayern eine Option für ein weiteres Jahr nach. Obst zögerte keine Sekunde. „Ich bin hier Weltmeister geworden, zweimal deutscher Meister, Pokalsieger. Warum wechseln?“ Die Frage bleibt rhetorisch, die Antwort steht auf seiner Brust: FC Bayern, Spielzeit 2026/27, druckfrisch bestellt.

Der deutsche boom hängt an ihm
Mit Dennis Schröder und Franz Wagner bildet Obst das Trio, das 2023 in Manila Gold holte und 2025 in Katowice den Titel verteidigte. Ohne ihn läuft gar nichts. Bundestrainer Gordon Herbert telefonierte mit Obst, als die Dubai-Meldung durchs Team-WhatsApp ratterte. „Bleib in München, dann bleibst du in Form“, lautete die Devise. Die DBB-Führung atmete auf, denn die WM-Quali 2027 rückt näher und ein deutscher Leistungsträger in der besten Liga der Welt ist Gold wert.
Bayern wiederum baut die neue Ära um ihn. Neben Obst verlängerten auch Othello Hunter und Nick Weiler-Babb vorzeitig. Trainer Pablo Laso schwärmt: „Andi ist unser Flammenwerfer. Wenn er trifft, zieht die ganze Arena mit.“ Die Fans haben bereits ein neues Lied gelernt: „Andi Obst, bayerisch blau, München ist dein Zuhause, scheiß auf Dubai!“ Es klingt bescheuert, aber es funktioniert.
Am Sonntag kommt Real Madrid in die Audi-Dome. Obst wird wieder 35 Minuten auflaufen, wieder zehn Dreier versuchen, wieder mit Grinsen ablaufen. Die Karriereplanung ist erledigt, der Druck fällt ab. „Ich habe keine Kinder, keine Frau, nur einen Koffer und einen Vertrag bis 2029. Mehr braucht ein Schütze nicht.“ Die Uhr an der Wand tickt, der Ball fliegt, das Netz zischt. München behält seinen König – und der Rest der Liga bekommt ihn weiter täglich vorge setzt.
