Altach enteilt, ried zerlegt tirol: der qualigruppen-klassiker wird zur schlammschlacht
Die Qualigruppe kocht. SCR Altach schreibt nach dem 3:1 gegen Blau-Weiß Linz schon Play-off-Geschichte, während SV Ried und WSG Tirol sich auf dem Rasen und danach mit Worten die Köpfe einschlagen. Zwischenstand: Altach +10 Punkte, Ried mit Sieg gegen Tirol wieder dicht auf, und ein Schiri-Eklat, der nachhallt.
Altach marschiert – zaric will „diesen vorsprung nicht mehr hergeben“
Ognjen Zaric stemmt die Hände in die Hüfte, sein Blick geht über den Platz wie ein Landvermesser. „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, sagt er knapp nach dem 3:1 gegen Blau-Weiß. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten darf der Coach bereits vom Europacup-Play-off träumen, doch er bremst: „Jetzt kommt die Frage, ob wir konstant bleiben oder nachlassen.“ Die Vorarlberger zeigten gegen die Oberösterreicher zwar kein Feuerwerk, aber eine clevere Verwaltung. Die Gäste trafen erst in der 90. Minute, als Ronivaldo den Ehrentreffer erzielte – zu spät, zu lau.
Michael Köllner, seit sechs Spielen an der Linzer Linie, klingt wie ein Mann, der weiß, dass die Uhr tickt. „Wir haben Chancen liegen lassen, der Killerinstinkt fehlt“, sagt er. Die vierte Niederlage unter seiner Regie. Nächste Woche Derby gegen Ried – ein Endspiel, bevor die Saison überhaupt entschieden ist.

Ried vs. tirol: elfmeter, foul, frust – der innviertler groll explodiert
90 Minuten vorher, im gleben Spieltag, schlägt SV Ried die WSG Tirol 2:1. Damit beenden die Hausherren eine fünf Spiele andauernde Sieglos-Serie und halten Altach auf Distanz. Doch der Sieg klingt nach Beinahe-Krieg. Philipp Semlic, Coach der Tiroler, donnern die Sätze heraus: „Der Elfer war falsch, Sollbauer hätte Rot sehen müssen, sie riskieren wieder schwere Verletzungen.“ Er spricht vom Hinspiel, in dem Matthäus Taferner mit Kreuzbandriss ausfiel, und sieht ein Muster.
Maximilian Senft kontert kühl. „Erstens war es ein klarer Strafstoß, zweitens hätte Sollbauer eine Gelbe reicht.“ Dann den Stich: „Rote Karte nur, wer was zu verbergen hat.“ Die Worte sind scharf wie Eisregen, die Rivalität zwischen den Klubs wächst mit jedem Tweet, jedem Interview, jedem Zweikampf.
Die Zahl, die Senft beschwichtigen soll: zehn Punkte Vorsprung aufs Ende der Tabelle. „Aber 27 Punkte sind noch draußen, das Format ist brutal“, warnt er. Brutal genug, dass das Cup-Halbfinale am Mittwoch gegen den LASK schon die nächste Stressprobe bringt.
Die Qualigruppe ist kein Nebenprojekt mehr, sie ist ein Sägewerk. Altach spurtet davon, Ried und Tirol sägen am Selbstvertrauen des Gegners. Wer hier zuerst stolpert, fällt tief. Und die Schiri-Protokolle werden in den Stadien schon mal mit Rotstift annotiert.
