Alpine schöpft aus eigener kraft: ex-fia-experte verstärkt team!

Enstone atmet auf – der Duft vergangener Triumphe weht zurück. Nach Jahren der mühsamen Wiederaufbauarbeit scheint Alpine die siegrene DNA zurückgewonnen zu haben, die einst Benetton und Renault zu Weltmeisterschaften führte. Der jüngste Coup des französischen Rennstalls ist ein klares Bekenntnis: die Verpflichtung von Jason Somerville als neuem Vize-Technikdirektor. Ein Transfer, der weit mehr bedeutet als eine übliche Verstärkung im Formel-1-Zirkus.

Somerville bringt fia-insiderwissen nach enstone

Alpine hat es geschafft, ein Schwergewicht aus den Reihen der FIA zu akquirieren. Somerville verlässt die internationale Motorsportorganisation, wo er als Leiter Aerodynamik tätig war und maßgeblich am aktuellen technischen Reglement beteiligt war, das die Kategorie grundlegend neu definierte. Alpine holt nicht nur Talent an Bord, sondern auch das tiefe Verständnis dafür, wie die Regulierungsbehörde über die technischen Rahmenbedingungen der Formel 1 denkt – eine unschätzbare Expertise.

Die Rückkehr von Flavio Briatore und die ambitionierten Pläne für 2026 passen perfekt zu dieser Entwicklung. Seit seinem Engagement hat sich die interne Transformation der britischen Mannschaft deutlich beschleunigt. Alpine ist kein resigniertes Mittelklasse-Projekt mehr; das Team agiert wieder entschlossen, verpflichtet neue Kräfte und beeindruckt mit seiner Präsenz. Und die Ergebnisse auf der Strecke bestätigen diese Revolution. Nach vier Rennen der Saison 2026 belegt Alpine den starken fünften Platz in der Konstrukteurswertung mit 23 Punkten – mehr als das Team im gesamten enttäuschenden Jahr 2025 erzielte. Der Qualitätszuwachs ist unbestreitbar.

Eine art heimkehr für den ingenieur

Eine art heimkehr für den ingenieur

Für Somerville ist die Rückkehr nach Enstone auch eine Heimkehr, denn der Ingenieur arbeitete bereits zwischen 2010 und 2011 im Bereich Aerodynamik in der Fabrik. Danach folgten Stationen bei Williams und Toyota. Nun findet er ein radikal verbessertes, stabiles und kontinuitätsorientiertes Umfeld vor. Der Hunger der neuen Führungskräfte war letztendlich der entscheidende Faktor für seine Entscheidung, wieder ins Rampenlicht des Rennsports zurückzukehren: „Ich freue mich sehr, nach Enstone zurückzukehren und mit Flavio, Steve und David zusammenzuarbeiten. Nach einigen Jahren außerhalb des direkten Rennbetriebs hatte ich das Verlangen, wieder in der ersten Reihe zu kämpfen und jede tausendstel Sekunde herauszuholen.“

Der anfang ist noch lange nicht das ende

Der anfang ist noch lange nicht das ende

Intern herrscht zwar kontrollierte Euphorie, doch die Ambitionen sind ungebrochen. David Sanchez, Alpine's technischer Direktor, warnt die Konkurrenz: Der vielversprechende Saisonstart 2026 ist nicht die Spitze des Eisbergs, sondern das Fundament für etwas viel Größeres. „Was wir bisher erreicht haben, ist wichtig, aber das ist erst der Anfang. Mit Jason können wir unsere Entwicklung weiter beschleunigen und in dieser hochkompetitiven Formel 1 weiter vorankommen.“ Alpine hat erkannt, dass es für eine Rückkehr an die Spitze nicht ausreicht, nur an den Schrauben des Monopozzols zu drehen; es bedarf einer Wiederherstellung einer Siegerkultur. Und in Enstone weiß man damit bestens umzugehen – das ist schließlich kein neues Konzept.