Alonso kämpft gegen aston martins fehlentscheidungen – karriere am limit?
Fernando Alonso, der amtierende Weltmeister von 2005 und 2006, steckt derzeit in einer der schwierigsten Phasen seiner beeindruckenden Karriere. Was einst als vielversprechende Rückkehr in die Formel 1 bei Aston Martin begann, droht nun im Sand zu verlaufen – nicht zuletzt aufgrund gravierender Fehler des Teams im Vorfeld der Saison 2026.
Ein chassis, das alonso bremst
Die Probleme liegen nicht allein am von Honda gelieferten Motor, der offensichtlich nicht den Erwartungen entspricht. Vielmehr hat Aston Martin bei der Entwicklung des Chassis des AMR26 kräftig nachlässig agiert. Das Fahrzeug weist zahlreiche Schwachstellen auf: Es bietet weder die notwendige Wettbewerbsfähigkeit, noch die erhoffte Zuverlässigkeit. Die Folge ist eine bittere Realität für Alonso: er findet sich regelmäßig im hinteren Mittelfeld wieder.
Ein einzelner Rennrunde ist er nicht schnell, und selbst im Rennen gelingt es ihm kaum, die Ziellinie zu erreichen. Von den bisherigen Rennen in der Saison 2026 konnte er lediglich eines erfolgreich beenden – in Suzuka, wo er als 18. ins Ziel kam. Die Diskussionen um seinen 33. Sieg, der sich seit dem 12. Mai 2013 in Barcelona hinzieht, wirken angesichts der aktuellen Umstände geradezu grotesk, und die Aussicht auf einen dritten Weltmeistertitel ist, offen gesagt, eine Illusion.
Mit 44 Jahren (bald 45) steht Alonso vor einem kritischen Punkt. Sein Vertrag mit Aston Martin läuft aus, und die Frage nach seiner Zukunft wird immer drängender. Er hat 428 Grands Prix bestritten und scheint trotz der widrigen Umstände nicht müde zu werden. Selbst die unerträglichen Vibrationen, die von der Honda-Einheit ausgehen, scheinen ihn nicht zu entmutigen.
„Ich weiß nicht, ob ich weitermachen werde“, gestand Alonso kürzlich in Monte Carlo. „Es ist schwer zu sagen, was passieren wird. Ich liebe es zu fahren, ich liebe, was ich tue. Mit drei Jahren habe ich mein erstes Rennen bestritten, und jetzt bin ich 44. Das sind 41 Jahre hinter dem Steuer. Ich glaube, der Moment, in dem ich aufhören werde, wird ein harter sein, und es wird schwer sein, ihn zu akzeptieren. Die Zeit wird es zeigen, ich werde es fühlen. Aber im Moment spüre ich noch nicht, dass dieser Moment gekommen ist. Ich fühle mich wettbewerbsfähig und motiviert. Ich bin glücklich, wenn ich fahre.“ Die Geburt seines ersten Sohnes, Leonard, aus der Beziehung mit der Journalistin Melissa Jiménez, hat seine Entschlossenheit offenbar nicht geschwächt.
Doch die Zeichen stehen düster. Aston Martin hat sich in eine Situation manövriert, aus der es schwer sein wird, wieder herauszufinden. Die Frage ist nicht, ob Alonso seine Karriere fortsetzen wird, sondern wo und unter welchen Bedingungen. Die Faszination des Rennsports scheint ihn noch immer zu beherrschen, aber die Realität der aktuellen Situation ist unbestreitbar. Was einst als Comeback-Geschichte begann, könnte bald in einer bitteren Abschiedszeremonie enden.

Die zeit drängt – alonso muss sich entscheiden
Die Entscheidung, ob Alonso eine weitere Saison in der Formel 1 bestreiten wird, hängt maßgeblich von Aston Martins Fähigkeit ab, das Fahrzeug grundlegend zu verbessern. Bleibt das AMR26 ein Hindernis, wird Alonso seine Karriere wohl bald beenden müssen. Denn ein Mann seiner Klasse verdient es, mit Würde und Erfolg abzuscheiden – und nicht als tragische Figur am Ende eines gescheiterten Projekts.
