Albacete: kader-riesen scheut nicht die probleme

Ein Kader von 21 Spielern – auf dem Papier suggeriert das Stabilität und Kontinuität. Doch hinter der schieren Anzahl an Verträgen bei Albacete verbirgt sich ein dringender Handlungsbedarf. Alberto González hat in dieser Saison oft akrobatische Kunststücke vollführen müssen, um die Lücken im Team zu stopfen, und der kommende Transfermarkt wird entscheidend sein, um die Zukunft des Klubs zu sichern.

Defensive braucht verstärkung

Die Tatsache, dass Albacete in der vergangenen Saison die wenigsten Gegentore kassierte, trügt. Die Abwehrzentrale, das Herzstück der Mannschaft, ist dünn besetzt und anfällig für Verletzungen. Vallejo und Pepe Sánchez fielen über weite Teile der Saison aus, was die Notwendigkeit der Winterverpflichtung Lluís López unterstrich. Javi Moreno fand sich zudem kaum im Spielgeschehen wieder. Es gilt, hier dringend eine solide Basis zu schaffen.

Mittelfeld ohne seele

Mittelfeld ohne seele

Das Abgabetableau im Winter hat tiefe Wunden hinterlassen. Der Verlust von Riki, dem eigentlichen Spielgestalter, führte zu einer stärkeren Fokussierung auf lange Bälle, die das Spiel unnötig verkomplizierten. Martín Fernández, der als Nachfolger geholt wurde, kehrt nach Newell's Old Boys zurück, und so stellt sich die Frage: Wer soll die Fäden ziehen und das Tempo diktieren? Die Suche nach einem echten Metronomen im Mittelfeld ist dringend geboten.

Angriff ohne spitze

Angriff ohne spitze

Auch im Angriff herrscht dringender Handlungsbedarf. Jefté verlässt den Verein in Richtung Olympiacos, und Higinio ist noch lange nicht wieder voll einsatzfähig. Obwohl Álex Rubio und Samuel Obeng im Winter eine positive Entwicklung zeigten, scheinen sie noch nicht das Duo zu bilden, auf das man sich langfristig verlassen kann. Die Notlage führte dazu, dass Alberto González immer wieder auf unkonventionelle Lösungen zurückgreifen musste, darunter der Einsatz von Außenverteidigern in der Offensive. Ein stabiles Offensivspiel muss Priorität haben.

Der transfermarkt als chance

Alberto González hat mit den vorhandenen Mitteln das Beste herausgeholt. Doch es reicht nicht aus. Albacete kann nicht ewig von Improvisationen leben. Eine ausgewogene Mannschaft, die in jeder Linie überzeugt, ist das Ziel. Toché und der gesamte Stab müssen sich der Aufgabe stellen, den Kader gezielt zu verstärken. Weniger als fünf Neuzugänge wären eine Enttäuschung. Der Transfermarkt öffnet in weniger als einem Monat seine Pforten – die Zeit drängt, um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft im Profifußball zu stellen. Die 21 Verträge sind kein Luxus, sondern ein Anker, an dem man sich festhalten muss, während man das Schiff Albacete neu ausrichtet.