Alba berlin verpasst gruppensieg – kämpft jetzt gegen den favoriten

Alba Berlin wollte mit einer Gala den Gruppensieg, bekam stattdessen ein Thriller-Drama. Die 88:93-Niederlage nach Verlängerung gegen AEK Athen brennt noch in den Knochen, doch die Albatrosse fliegen trotzdem. Als Zweiter der Gruppe K stehen sie im Viertelfinale der Basketball Champions League – und das kann ein Segen sein.

Der verlorene sieg, der vielleicht keiner war

Die Mathäser warfen sich nach dem Schlusspfiff aufs Parkett, doch die Zahlen lügen nicht: Mit 20 Punkten Vorsprung hätte Alba den Gruppensieg geholt. Stattdessen drohten sie nach einem 0:10-Run im Schlussviertel sogar die komplette Teilnahme zu verspielen. Dass es letztlich reicht, verdanken die Berliner dem bisher erwirtschafteten Plus-54-Punkte-Konto – und einem Quäntchen Glück im Parallelspiel.

Jetzt heißt es Daumen drücken am Freitag. Die Auslosung verspricht Brisanz: Unicaja Malaga wartet mit einem Budget von 14 Millionen Euro und dem besten Offensivrating der Liga. Tenerife bringt die längste Play-off-Erfahrung mit und schoss zuletzt 43 Prozent aus der Distanz. Dazwischen ragt Rytas Vilnius auf – athletisch, jung, aber in Berlin schon zweimal in dieser Saison unterlegen.

Warum der zweite rang taktisch klug sein kann

Warum der zweite rang taktisch klug sein kann

Der Blick auf die Alternativ-Gegner als Gruppensieger vertreibt Trainer Israel González womöglich die Schlaflosigkeit: Galatasaray Istanbul mit dem ehemaligen NBA-Center Greg Monroe und Joventut Badalona, das in der Liga Endesa die Play-off-Plätze attackiert. Beide haben Alba in der Vergangenheit regelmäßig den Tag versaut. „Lieber zwei Mal nach Spanien als einmal nach Istanbul“, raunte ein Co-Trainer nach dem Spiel.

Best-of-Three heißt die Devise ab 2. April. Die Gruppensieger starten daheim, doch Alba hat in dieser Saison auch fremde Hallen erobert: 7:1-Auswärtssiegquote lautet die Visitenkarte. Die Fans reisen trotz fehlenden Heimvorteils mit – 1.200 Karten gingen innerhalb von 90 Minuten weg, als der Vorverkauf startete.

Final four in badalona: das ziel, das keiner ausspricht

Final four in badalona: das ziel, das keiner ausspricht

Vom 7. bis 9. Mai trifft sich Europas Basketball-Elite in der Palau Municipal. Alba war 2020 schon mal dort, schied aber im Halbfinale knapp gegen Maccabi Tel Aviv aus. Diesmal winken 250.000 Euro Preisgeld plus ein Ticket für den Supercup gegen den EuroLeague-Champion – ein Bonus, der im Verein intern schon als „Luxusproblem“ betitelt wird.

Der Kader ist heil. Luke Sikma kehrte gegen Athen mit 13 Punkten und 8 Assists zurück, Malte Delow schraubte sein Dreier-Statistik auf 47 Prozent. Nur Johannes Thiemann fehlt weiterhin – sein Kreuzbandriss zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. „Wir fahren mit dem, was wir haben“, sagt González und meint damit mehr als nur Zahlen. Er meint den Teamgeist, der selbst eine verkorkste Nacht nicht kaputt bekommt.

Am Freitag um 12 Uhr live auf sportdeutschland.tv zieht der Basketball-Gott seine Kugeln. Ob es Malaga, Tenerife oder Vilnius wird – Alba Berlin hat schon bewiesen, dass sie auch ohne Heimrecht fliegen können. Die Saison ist längst nicht vorbei. Sie beginnt gerade erst, wo andere aufhören.