Alba berlin demoliert bonn – historisches duell ohne augenhöhe
Ein Paukenschlag in der Berliner Eissporthalle: Alba Berlin hat die Telekom Baskets Bonn am Montag mit 91:75 vorgeführt. Was als Spitzenspiel der BBL-Verfolger billed wurde, entwickelte sich zu einer einseitigen Vorstellung der Berliner, die ihre Gegner stellenweise völlig demütigten. Die „Mutter aller Spiele“, wie das Duell der Traditionsclubs seit den 90er Jahren bezeichnet wird, offenbarte von Beginn an eine deutliche Kräfteverschiebung.
Alba dominiert – bonn ohne mittel
Die Erwartungen an ein packendes Verfolgerduell wurden bereits in den ersten Minuten zunichte gemacht. Alba Berlin, angeführt von einem herausragenden Martin Hermannsson, präsentierte sich von Beginn an konzentriert und aggressiv. Die Defense der Berliner war unerbittlich, die Offensive erinnerte an glorreiche Alba-Zeiten. Besonders im zweiten Viertel präsentierte sich Alba in schwindelerregender Form. Innerhalb von nur sieben Minuten baute das Team von Coach Pedro Calles den Spielstand von 32:18 auf beeindruckende 52:24 aus – ein 20-Punkte-Vorsprung, der die Gäste aus Bonn völlig demoralisierte. Bonn konnte in dieser Phase lediglich sechs magere Punkte erzielen.
Doch dann ein überraschender Einbruch bei den Berlinern. Offenbar ließ die Führung Coach Calles etwas nachlässig werden, denn die letzten drei Minuten des zweiten Viertels wurden ohne Punktgewinn überbrückt. Ein 10:0-Lauf der Bonner verkürzte den Rückstand zumindest etwas auf 34:52 zur Halbzeit – ein Ergebnis, das zwar nicht ganz so brutal klang, aber dennoch deutlich die Dominanz Albas widerspiegelte.
Die Ansprache von Coach Calles zur Pause schien jedoch Wirkung zu zeigen. Alba fand zurück in die Spur und baute den Vorsprung zwischenzeitlich auf 24 Punkte aus (66:42 in der 27. Minute). Für Michael Kessens, der vor zwei Jahren noch im Alba-Trikot spielte, war die Situation offensichtlich aussichtslos. Mit seinem fünften Foul musste der Center bereits nach 32 Minuten das Feld verlassen.

Spielkontrolle und entscheidende dreier
Auch als Alba erneut den Faden verlor, was vor allem an den häufigen Wechseln durch Coach Calles lag, der bereits an das wichtige Spiel am Mittwoch in Ulm dachte, konnten die Bonner nicht profitieren. Ein überraschendes Aufbäumen der Gäste, angetrieben durch drei erfolgreiche Dreier, brachte Bonn kurzzeitig auf 75:85 in der 38. Minute heran. Doch Jonas Mattisseck, der bis dahin lediglich Dreier-Versuche unternahm, zerstörte mit einem entscheidenden Treffer aus der Distanz die letzten Hoffnungen der rund 500 mitgereisten Bonner Fans. Justin Bean sorgte schließlich für den Endstand von 91:75.
Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf den Neuzugang Michael Rataj, der in der letzten Woche verpflichtet wurde. Der Big Man kam in der 12. Minute ins Spiel und verbrachte am Ende gut neun Minuten auf dem Feld, ohne jedoch Punkte erzielen zu können. Malte Delow (17 Punkte) war der beste Alba-Scorer, während Alijah Comitier mit 22 Punkten für Bonn glänzte.
Alba Berlin demonstrierte gestern Abend eindrucksvoll seine Ambitionen in der BBL. Der klare Sieg gegen Bonn unterstreicht die Qualität des Teams und sendet eine deutliche Botschaft an die Konkurrenz: In Berlin zählt es!
