Akor adams befeuert sevillas europa-traum mit spätem knaller
Ein einziger Schlenzer vom linken Innenrist, 22 Meter, halbrechts – und das Ramón-Sánchez-Pizjuán explodierte. Akor Adams traf in der 88. Minute gegen Espanyol, besiegelte die 2:1-Remontada und schob Sevilla auf Rang sieben. Vom Bankdrücker zum Mr. Clutch: der Nigerianer erzielt bereits seine fünfte Liga-Tore nach Einwechslung.
Der „strafplanet“ ist geschichte
García Plaza hatte Adams nach zwei verkorksten Partien (null Minuten gegen Sociedad, 45 schwache in Pamplona) beinahe abgeschrieben. Die Pause schmeckte dem Stürmer: er wärmte sich 34 Minuten lang die Füße, dann donnerte er die Kugel ins lange Eck. „Ich spüre Sevilla im Herzen, jeden Tag arbeite ich für dieses Wappen“, sagte Adams, während seine Mitspieler ihn im Strafraum unter einem Menschenhaufen begruben.
Die Zahl lügt nicht: Wenn der 25-Jährige trifft, kassiert Sevilla 20 von 24 möglichen Punkten. Drei seiner neun Treffer fielen nach der 85., kein einziges Mal verlor die Andalusier danach. Nur Lewandowski, Griezmann und Raúl García de Haro haben häufiger als Joker getroffen – europäische Spitzenklasse statt kalte Bank.

Rotation gegen villarreal
Plaza kalkuliert schon weiter: „Wir werden zwei, drei Positionen rotieren“, sagt der Coach, und Adams dürfte von Beginn an stürmen. Isaac Romero, bislang Dauerläufer, spielte in Anoeta mit Schmerzmittel und kam gegen Espanyol nur bis zur Pause. Gegen Real Madrid in vier Tagen braucht Sevilla jeden fitzen Punkt – und einen heißen Akor.
Bislang 30 Pflichtspiele, neun Tore, vier Vorlagen. Kein anderer Sevillista traf öfter, keiner sammelt so viele Punkte. Wenn Adams seine Innenrist einsetzt, wackelt die Tabelle – und die Europa-League-Ränge rücken in Reichweite.
