Ahmet cakici stirbt mit 63 – deutschlands „katze“ erstickt im ring

Die Nachricht schlug ein wie ein falscher Griff: Ahmet Cakici, der Mann, der auf der Matte wie eine Katze tanzte und als Trainer sechs Deutsche Meisterschaften nach Aalen holte, ist tot – 63 Jahre jung, plötzlich, unerklärlich.

Der kampf, der nie endete

1989 in Martigny, Schweiz, kletterte er nach einem spektakulären Halbfluggriff auf das Podest und schwang die Bronzemedaille ins Publikum. Die Fans sangen „Ah-met, Ah-met!“. Heute herrscht nur noch Stille. Die „Katze“ – Spitzname wegen ihrer schier unmenschlichen Geschmeidigkeit – brach am frühen Donnerstag in seiner Wohnung zusammen. Notarzt zu spät, Familie am Boden zerstört.

Er kam 1963 im türkischen Izmit zur Welt, wanderte ein Jahr später mit seinen Eltern nach Kleinostheim und später nach Mainz aus. Die Matte wurde seine zweite Heimat. Fünfmal Deutscher Einzelmeister im Leichtgewicht, zweimal WM-Teilnehmer, fünfmal EM-Kämpfer – Zahlen, die kalt bleiben, wenn man bedenkt, was er den Menschen gab.

Vom kämpfer zum königsmacher

Vom kämpfer zum königsmacher

1996 stand er erstmals als Coach am Rand. Graues Sakko, Kaugummi im Mund, Blick wie ein Radar. KSV Aalen, damals Außenseiter, wurde zur Maschine. Sechs Meisterschaften in Folge, 2001 bis 2006 – Rekord. Dewangen, Mainz 88, Alemannia Nackenheim, Mömbris-Königshofen – überall hinterließ er Fußspuren, keine Abdrücke. Seine Sprüche gingen durchs Land: „Wenn du nicht schwitzt, schwitzt der Gegner für dich.“

Bruder Cengiz, selbst Deutscher Meister, sagt nur: „Er hat Ringen erfunden, was Leidenschaft bedeutet.“ Alexander Leipold, Olympiasieger und langjähriger Freund, postierte ein Foto: beide mit goldener Kette, 1996, gerade 20 und 33. Die Bildunterschrift: „Heute trägt der Himmel eine neue Katze.“

Die stille nach dem gong

Die stille nach dem gong

Der Deutsche Ringer-Bund ließ die Flagge auf halbmast. In Aalen wurde vor der Halle eine Kerzenwand errichtet – 63 Flammen für 63 Jahre. Die Ostalb-Bären haben angekündigt, die nächste Saison dem „ewigen Coach“ zu widmen. Nummer 63 wird nicht mehr vergeben.

Was bleibt? Ein Grinsen, das nie verblasst. Ein Sprunggriff, den man nicht verlernt. Und ein Satz, den Ahmet Cakici nach jedem Training murmelte: „Sport ist kein Sprint, er ist ein Ringen – bis zum letzten Atemzug.“ Er hat bewiesen, dass beides denselben Preis hat.