Aduo-debatte eskaliert: red bull fordert fia-entscheidung in frage
Der interne Krieg in der Formel 1 hat eine neue, explosive Runde erreicht. Was im Paddock lange als offenes Geheimnis galt, ist nun offener politischer und technischer Schlagabtausch: Red Bull hat die jüngste Entscheidung der FIA, die den eigenen Red Bull-Ford-Motor als Referenz in der Combustion Engine Klasse einstuft, frontal in Frage gestellt. Die Entscheidung wird in Milton Keynes als ungerechtfertigt kritisiert – und der Finger wird direkt in Richtung der Konkurrenz, insbesondere Mercedes, und Ferrari gelenkt.
Hamiltons beiläufige äußerung schoss den deckel drauf
Die genauen Details der ADUO-Regelung – die sogenannten Additional Development and Upgrade Opportunities – sind zwar offiziell noch nicht veröffentlicht, doch die betroffenen Teams kennen die Verteilung der Entwicklungsvorteile bereits. Doch der Startschuss für die aktuelle Debatte wurde nicht von den Teams, sondern von Lewis Hamilton gegeben. Im Rahmen der Pressekonferenz zum Großen Preis von Monaco ließ der siebenfache Weltmeister ein wenig die Katze aus dem Sack fallen: „Red Bull hat den stärksten Motor, Mercedes ist Zweiter, und wir [Ferrari] sind dahinter“, so Hamilton mit einem Schulterzucken – ein Statement, das die Gemüter erhitzt hat.
Die Situation in Milton Keynes hat es nun gereicht. Laurent Mekies, Red Bull Racing's Teamchef, äußerte sich gegenüber Motorsport.com deutlich: „Wir wünschen uns eine tiefgreifendere Diskussion darüber, dass wir keinen einzigen Datenpunkt sehen, der eine Überlegenheit gegenüber unseren Freunden von Mercedes belegt.“ Er warnt vor einer Ungerechtigkeit: „Um die Vorteile korrekt dem dominierenden Team und nicht demjenigen, der es verfolgt, zuzuweisen, bedarf es eines äußerst hohen Vertrauens in die Methode der Leistungsbewertung.“

Fia stoppt die vergabe – vorerst
Red Bulls Einspruch hat bereits Wirkung gezeigt. Die FIA hat angekündigt, die Methodik und die Daten der ersten fünf Rennen der Saison nochmals unter die Lupe zu nehmen. Das bedeutet, dass die Vergabe der Entwicklungsvorteile an Mercedes und dessen Kundenteams vorerst ausgesetzt ist. Es bleibt spannend, ob die FIA ihre ursprüngliche Einschätzung revidiert. Der Kampf um die Oberhand ist noch lange nicht entschieden: Nach den Rennen in Ungarn und Mexiko sollen weitere kritische Bewertungen stattfinden. Die Entscheidung wird – wie so oft im Motorsport – in den Büros getroffen, aber die Auswirkungen auf die Rennstrecke sind enorm.
Die Frage ist nicht, ob die FIA ihre Position hält, sondern wie lange dieser Prozess die Entwicklung der Teams beeinflussen wird.