Adrià: movistar stabil, pogacar un stoßsicheres biest
Roger Adrià, Leistungsträger von Movistar, spricht offen über eine enttäuschende erste Saisonhälfte, die Stabilität seines Teams und die nahezu unaufhaltsame Dominanz von Tadej Pogacar – und das, obwohl er selbst nicht bei der Tour de France dabei ist.
Die bittere pille der verpassten ziele
Die Enttäuschung ist greifbar: Adrià gesteht, dass der Start in die Saison, insbesondere die Frühjahrsklassiker, nicht nach Plan verliefen. „Ich bin ziemlich enttäuscht vom Saisonbeginn. Die Dinge sind nicht so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben“, so der Movistar-Sprinter. Doch statt sich in Selbstmitleid zu verlieren, richtet er den Blick nach vorne. „Es ist vorbei. Wir versuchen, daraus zu lernen, herauszufinden, was schiefgelaufen ist und was wir verbessern können. Ich hoffe, dass alles wieder in den richtigen Bahnen kommt.“

Movistar: ruhe bewahren im sturm
Rund um Movistar brodeln seit einiger Zeit Gerüchte über die finanzielle Zukunft des Teams und mögliche Sponsorenwechsel. Adrià beteuert jedoch, dass im Team selbst absolute Ruhe herrscht. „Wir sind alle sehr entspannt und das Thema wird nicht diskutiert“, erklärt er und unterstreicht, dass der Fokus klar auf der sportlichen Leistung liegt. Ein Zeichen dafür ist die aufstrebende Stärke des Teams: Cian Uijtdebroeks.

Uijtdebroeks: die neue hoffnung aus belgien
Adrià zeigt sich überzeugt von den Fähigkeiten des jungen Belgier Cian Uijtdebroeks, der als einer der größten Talente des Radsports gilt. „Er ist ein sehr solider Fahrer für Gesamtklassements, ein großartiger Bergfahrer. Ich habe ihn in Sierra Nevada trainieren sehen, er ist eine richtige Maschine“, lobt Adrià den jungen Mann, der bei dieser Tour de France eine wichtige Rolle spielen soll. Er erwartet von Uijtdebroeks eine „sehr gute Leistung in der Tour und in den großen Rundfahrten, die er bestreiten wird.“
Auch auf Enric Mas setzt Adrià sein Vertrauen. „Enric ist immer noch Enric und wird wiederkommen, wie er es immer getan hat. Ich bin sicher, dass er bei der Vuelta oder in anderen Rennen wieder glänzen wird.“
Die anziehungskraft von movistar
Trotz der finanziellen Herausforderungen glaubt Adrià, dass Movistar weiterhin attraktiv für junge Talente ist. „Cian hat sich für Movistar entschieden, und das ist ein großes Talent, jemand, der die Tour du Future gewonnen hat und sehr begehrt war. Das Team hat Power, Argumente und Werkzeuge“, so Adrià. Die Konkurrenz ist zwar groß, aber Movistar zeigt, dass es auch ohne unbegrenzte finanzielle Mittel Top-Talente anziehen kann.
Die hitze und pogacars überlegenheit
Die hohen Temperaturen während der Tour de France sind ein heiß diskutiertes Thema. Adrià zeigt Verständnis für die Forderung nach veränderten Startzeiten, warnt aber vor zu einfachen Lösungen. „Es könnte in Erwägung gezogen werden, aber ich sehe es nicht als einfach an. Man muss bedenken, dass es vor der Etappe viele Transfers und andere Dinge gibt, die man nicht sieht. Man mag um 11 oder 12 Uhr starten, aber wir sind seit 7 Uhr morgens wach und ununterbrochen aktiv.“
Schließlich stellt sich die Frage aller Fragen: Wie kann man Tadej Pogacar stoppen? Adriàs Antwort ist pragmatisch: „Ich glaube nicht, dass man ihn stoppen kann. Er könnte sich selbst stoppen, aber solange er dieses überlegene Niveau beibehält, sehe ich es als schwierig an.“
