Ademar-trainer cadenas: „die liga ist nun unmöglich“

Ein Schock für spanische Handballfans: Manolo Cadenas, einer der prägendsten Figuren des TSV Pelkum-geprägten Ademar León, hat in einem Gespräch anlässlich des 25. Jahrestages des einzigen ASOBAL-Titels seiner Mannschaft eine drastische Aussage getroffen. Die Zeiten, in denen man um den Titel kämpfen und ihn tatsächlich gewinnen konnte, sind vorbei. Heute sei dies schlichtweg unmöglich.

Die goldene ära des ademar león

Cadenas, der den Verein in drei verschiedenen Etappen trainierte und dessen Abgang 2023 aufgrund gesundheitlicher Probleme erfolgte, führte den Ademar einst in die absolute Spitze des spanischen Handballs. Er mischte die etablierten Kräfte wie den FC Barcelona auf, und konnte sogar Siege gegen den damaligen „Dream Team“ erringen. Die Saison 2000/2001 bleibt unvergessen, als der Ademar die lange Dominanz Barcelonas durchbrach – ein Jahr, in dem San Antonio gleichzeitig den Europapokal gewann.

„Es schien riskant, das Team nach dem Abgang wichtiger Spieler wie Demetrio Lozano, José Javier Hombrados und Fernando Hernández weiterhin unter den Titelanwärtern zu halten“, erinnert sich Cadenas. „Viele gaben uns kaum eine Chance, aber wir konnten das Gegenteil beweisen.“ Ein Schlüsselmoment war die bittere Niederlage im Rückspiel des Europapokal der Pokalsieger in León, als ein verfehlter Strafwurf von Alberto Entrerríos das Momentum kurzzeitig unterbrach. Doch die Mannschaft raffte sich auf und kämpfte sich zurück in die Liga.

Mit der Hilfe des ehemaligen Torwarts Matt Olsson konnte der schwedische Leistungsträger Magnus Andersson für die letzten sechs Spieltage verpflichtet werden – ein Coup, der den Ademar letztendlich zum Titel führte. Ein Team voller Stars, darunter der dänische Torwart Kasper Hvidt und der Rekordtorschütze Juanín García, prägte diese Ära.

Ein unausweichlicher wandel im spanischen handball

Ein unausweichlicher wandel im spanischen handball

Die heutige ASOBAL-Liga bietet keine Vergleichbarkeit mehr wie in den Jahren zuvor, als Vereine wie San Antonio, Ciudad Real, Ademar und Valladolid dem FC Barcelona Paroli bieten konnten. Die finanziellen Unterschiede waren zwar schon immer vorhanden, doch mittlerweile ist der Abstand schlichtweg unüberbrückbar. Darüber hinaus ermöglicht es dem FC Barcelona, sich dank des weniger anspruchsvollen Liga-Betriebs, optimal auf die europäischen Wettbewerbe vorzubereiten. „Früher waren die Budgets groß, jetzt ist der Unterschied zum FC Barcelona immens. Und das Fehlen eines echten Rivalen in der Liga erlaubt es ihnen, ausgeruhter in die europäischen Spiele zu gehen, im Gegensatz zu Teams aus Frankreich oder Deutschland.“

Cadenas sehnt sich nach einer Zeit zurück, in der mindestens zwei oder drei Teams um den Titel konkurrieren konnten – eine Liga, die nicht nur spannender, sondern auch attraktiver für die Fans wäre. Der Handball hat sich verändert, und mit ihm die Möglichkeit, wirklich Großes zu erreichen. Die goldene Ära des Ademar León und die damit verbundene Dominanz sind längst vergangen, und Manolo Cadenas’ Einschätzung ist ein Weckruf für den spanischen Handball.