Acosta neckt sich nicht: "ich hau den baum und das tor gleich mit runter!"
Der junge Spanier Pedro Acosta, MotoGP-Sensation und zweifacher Weltmeister in kleineren Klassen, zeigt Humor, obwohl der erste Sieg in der Königsklasse weiterhin auf sich warten lässt. Nach dem Grand Prix von Ungarn ließ Acosta wissen, dass er dem Baum, an dem er „so oft dran hängt“, bald auch das Tor gleich mit runterhauen werde – eine Ansage, die die Geduld des talentierten Fahrers offenbar auf die Probe stellt.

Die durststrecke des supertalents
Acosta, der mit gerade einmal 20 Jahren bereits in der MotoGP-Szene für Furore sorgt, hat nun 50 Rennen in der höchsten Motorradklasse hinter sich. Nach seinen Triumphen in der Moto3 und Moto2-Klasse, wo er in nur drei Saisons zwei Weltmeisterschaften gewann, schien der Aufstieg in die Königsklasse ein Selbstläufer zu sein. Doch die Realität sieht anders aus. Eine KTM, die in Sachen Leistung hinter Ducati und Aprilia zurückliegt, erschwert das Unterfangen, den ersten Sieg einzufahren, enorm.
Der Sprint-Sieg, der zwar für Aufsehen sorgte, zählt statistisch gesehen nicht als voller Erfolg. Stattdessen klettert Acosta in eine unrühmliche Liste: die der Fahrer mit den meisten Podestplätzen ohne einen Sieg. Mit nunmehr 13 Podestplätzen (12 zweite und ein erster Platz im Sprint) teilt er sich diesen traurigen Rekord mit dem ehemaligen MotoGP-Piloten Colin Edwards, der ebenfalls nie einen Grand Prix gewinnen konnte.
Die Statistik lügt nicht: Acosta ist damit der Fahrer mit den meisten Podestplätzen ohne Sieg in der MotoGP-Geschichte. Dahinter folgen Graeme Crosby mit zehn Podestplätzen, Bob Brown, Peter Williams, Raymond Roche und Ron Haslam, die ebenfalls ihren großen Auftritt verpassten.
Johann Zarco, ein weiterer Name auf dieser Liste, schaffte es schließlich, diesen Fluch abzulegen und seinen ersten Sieg 2023 zu feiern. Acosta hofft nun, ein ähnliches Schicksal zu teilen, bevor er in Richtung Ducati segelt – einem Umfeld, in dem er, so die allgemeine Meinung, deutlich bessere Chancen auf zahlreiche Siege haben wird. Auch sein zukünftiger Teamkollege Marc Márquez glaubt fest an Acostas Erfolgspotenzial.
"Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich werde es versuchen und es wird bald klappen. Man muss daran glauben“, erklärte Acosta nach dem Rennen in Ungarn. Seine Worte sind ein Versprechen – und ein klarer Ausdruck des unbändigen Willens, den er in die kommende Saison einbringen wird. Der Druck steigt, aber Acosta scheint entschlossen, die MotoGP-Welt bald mit einem Sieg zu überraschen.
