Absage von musetti in miami: verletzung stürzt italiens hoffnung ins chaos

Lorenzo Musetti zieht sich vom ATP-Masters 1000 in Miami zurück – und reißt damit ein großes Fragezeichen hinter seine Saison.

Der psoas streikt wieder

Der 22-jährige Carrara-Talent hatte nach seinem spektakulären Auftritt beim Australian Open, wo er gegen Novak Djokovic beim Stand von 2:0 im Vorteil aufgeben musste, wegen eines Psoas-Muskelrisses im rechten Bein fast fünf Wochen pausiert. Die Rückkehr auf dem kalifornischen Hardcourt von Indian Wells endete vorzeitig – ein glatter Auftaktsieg gegen Marton Fucsovics blieb aus. Stattdessen: 4:6, 3:6, keine Antwort auf die Frage, ob der Körper bereit ist für die Zerreißprobe der Saison.

Die offizielle Begründung für den Miami-Verzicht steht noch aus, doch Insider berichten von „mikroskopischen Schmerzen“, die das Team nicht riskieren will. Die Folge: Musetti verpasst nicht nur 1000 Punkte, sondern auch die Chance, in der Weltrangliste wieder ins Top-10-Treppchen zu klettern. Aktuell liegt er auf Platz 14, seine beste Position in diesem Jahr war Rang 5 – ein freier Fall, der weh tut.

Der rote sand wird zur falle

Der rote sand wird zur falle

Die Uhr tickt laut. Monte-Carlo, Madrid, Rom – drei der vier letzten Jahre holte Musetti dort Halbfinale oder Finale. Jetzt muss er 1.680 Punkte verteidigen, ohne Matchrhythmus, ohne Sieg seit Januar. „Ich spüre, dass ich jeden Tag näher an meine Bestform komme“, hatte er ATP-Mikrofonen noch vor zwei Tagen versprochen. Die Worte klingen heuchlerisch, wo keine Sekunde auf dem Court folgt.

Simone Tartarini, sein Langzeitcoach, flog sofort nach Florida, um das Training zu überwachen. Die Lösung: reduzierte Belastung, Aqua-Jogging, kein harter Court mehr bis Monte-Carlo. Die Frage ist nicht, ob Musetti je sein bestes Tennis erreichen wird – sondern wann er endlich wieder länger als zwei Sätze spielen darf, ohne dass die Hüfte Alarm schlägt.

Italiens Davis-Cup-Team wartet ebenfalls. Im September verteidigt der Titel in Malaga, doch ohne Musettis Einhand-Rückhand wirkt der Kader plötzlich verwundbar. Jannik Sinner trägt zwar die Fahne, aber er kann keine Doppelbelastung allein stemmen. Ein kranker Psoas in Miami kann also im Herbst ganze Nationen spalten.

Die Saison ist noch jung, aber die Sanduhr der Karriere läuft schneller, als es Musetti lieb ist. Er wird 23 im März – ein Alter, in dem andere schon Grand-Slam-Viertelfinals gewinnen. Bei ihm zählt jetzt jeder Tag ohne Schmerz als kleiner Sieg. Die nächste Chance: Monte-Carlo, 7. April. Kein Spiel, sondern ein Stresstest mit Publikum. Wenn er dann wieder aufgibt, wird nicht nur der Psoas bluten.